30 days of Blogging. Tag 20. Prachtschlösser, Pässe und Paralleluniversen

Are we in Versailles or what?
"You never do that stuff until someone comes visiting."

Das Schleißheimer Schloss ist nicht so weit entfernt von München und dennoch habe ich es in all den Jahren, in denen ich inzwischen in München wohne, nicht besucht. Alles, was nicht Stammstrecke ist, verstehe ich als "weiter entfernt". Bis heute. Heute war der Tag, an dem ich mir ein barockes Prachtschloss ansah. Dabei war ich nicht allein, sondern wurde begleitet von meinem Tanz-Partner in Crime M. 

Die Anlage ist wirklich einen Besuch wert. Wir waren recht früh dran, sodass wir fast allein im absolut symmetrisch angelegten Garten im französischen Stil herumliefen. Dabei hatte ich Gelegenheit, mehr über ihn zu erfahren.

Zum Beispiel, dass ein bolivianischer Pass fürs Reisen nicht sehr praktisch ist. Er reicht, um die Nachbarländer zu besuchen, aber um nach Europa zu gehen, braucht man ein Visum. Nur wenige Länder akzeptieren den Pass ohne Visum, zum Beispiel Russland. Ein deutscher Pass sowie die EU sind ein absoluter Luxus. Auch wenn nicht alles in Deutschland gut ist - meinen Pass werde ich behalten.

Die Kanäle und Springbrunnen sind um einiges imposanter als das Nymphenburger Schloss, die antik anmutenden Statuen halten sich zahlenmäßig zurück.

Da er Physik-Doktorand ist, unterhielten wir uns auch ein bisschen über Arbeitsmarktchancen von PhysikerInnen (nicht so gut, wie man denkt, es sei denn man kann ernsthaft programmieren) und kosmologische Theorien. Kurz gesagt: Es ist denkbar, dass Paralleluniversen im Sinne von zusätzlichen Dimensionen zu den uns bekannten vier gibt. Angenommen, es gäbe Partikel, die in sechs Dimensionen existieren. Das ist denkbar, aber nicht beweisbar. Wir als vierdimensionale Wesen kennen (noch?) keinen Weg, das nachzuprüfen und empirisch zu untersuchen.

So zu zweit durch die Anlagen eines barocken Schlosses zu wandern, an einem sonnigen Vormittag im Mai, entlang an Lindenbäumen und grünen Hecken, plötzlich springt ein Reh über den Weg (im Ernst), Springbrunnen und weiße Blumenwiesen - es war so kitschig.

Ich musste mich beherrschen, nicht zu sagen: "This is the most romantic place I've ever been." Das hätte gestimmt. Ich war auf Dates, die von Location und Setting sich von diesem Touri-Trip zwei oder drei Scheiben hätten abschneiden können. Außerdem war es nicht meine Idee, zu diesem Schloss zu fahren, sondern seine.

Nichtsdestotrotz. Das wäre so awkward gewesen.

So. Awkward.

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