30 days of Blogging. Tag 14. Eurovision Song Contest und Marketing.

Mir fehlte eindeutig das beim ESC: Happy Songs.


Das war er also - der Eurovision Song Contest. Es war unterhaltsam und in den letzten drei Minuten sehr spannend, allerdings vermisste ich die richtig lustigen, außergewöhnlichen Nummern. Dem Wettbewerb fehlten die Uptempo-Nummern, die gute Laune machen.

Das hat dann Justin Timberlake besorgt. Wenn mir auch der Gastauftritt gut gefallen hat, so merkt man im direkten Vergleich, wie provinziell und uncharismatisch fast alle PerformerInnen beim ESC sind und wie ein echter Entertainer eine so große Bühne nutzt. Sollte man nicht mehr machen.

ESC ist Trash, das wissen alle, die Moderatoren haben das während der Abstimmung mit einer Persiflage namens "Love love peace peace" sehr unterhaltsam gezeigt.

Dass Jamie-Lee letzte geworden ist - nun ja. Schwesterherz und ich vermuten, dass es am Gesamtkonzept und am Marketing lag. Letztendlich ist der ESC ein Produkt und jede/r InterpretIn ebenso. Jamie-Lees Verpackung hat etwas anderes versprochen als sie geliefert hat: Ihr Äußeres sagt "quirky", "lustig", "jugendlicher Leichtsinn", ihr Lied war eine langsame Emo-Nummer, die leider gar nicht dazu gepasst hat. Schwesterherz informierte mich, dass das ihre Masche sei - buntes Äußeres, trauriges Inneres. Das spricht die ernsthafte deutsche Seele schon an.

Wenn ich erst einmal nachlesen muss, was dieses Gesamtkonzept soll, habe ich schon verloren. Authentizität hin oder her - bei so einem kurzen Auftritt gegen zwei Dutzend andere Länder sollte das Äußere deutlich den Inhalt widerspiegeln. So fühlt es sich wie eine Mogelpackung an. Mir wird die Villa Kunterbunt suggeriert, ich erhalte aber "Donny Darko". Ich bin mir sicher, hätten die Verantwortlichen die Jpop- und Manga-Ästhetik zuende durchgedacht, wäre ein unterhaltsameres Lied herausgekommen.

Das Marketing-Konzept war einfach nicht durchdacht. Schwesterherz und ich vermuten ja, dass Lena 2010 deshalb gewonnen hat, weil die Performance, das Lied und die Persönlichkeit der Interpretin für alle ZuschauerInnen sofort verständlich war: ein simples junges Mädchen, das locker-flockig und ein wenig flapsig ist.

Lustig finde ich den Leidensmodus, den das deutsche Feuilleton wieder an den Tag legt: "Politisch motiviert" soll da das Wahlergebnis sein. Die Wahrheit ist wahrscheinlich eher, dass dem Beitrag einfach das Charisma, der Exzess und die Bühnenpräsenz gefehlt hat. Es war einfach langweilig.

Und überhaupt: Der ESC soll doch Spaß machen, leichte Unterhaltung sein. Deutschland macht immer daraus ein riesig ernsthaftes Spektakel - selbst die Feier auf der Reeperbahn hat etwas generalstabsmäßig Durchgeplantes, was ich nur noch peinlich finde. Nach dem Motto: "Spaß ja, aber so geplant, dass es nach maximalem Spaß aussieht." Außer Deutschland macht niemand im Hintergrund eine große Party. Wenn dann das Wettbewerbsergebnis Grütze ist, werden "die Deutschen" angeblich von allen anderen europäischen Ländern plus Australien gedisst. ^^

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