30 days of Blogging. Tag 30. Der krönende Abschluss.

Sonnengelb mit Glitter.
Was bleibt mir am Ende dieses Experiments zu sagen? Außer "holy f*ck, ich habs geschafft"? Zur Feier des Tages gibt es ein Bild meiner aktuellen Maniküre.

Ich weiß nicht, ob ich von dieser Erfahrung etwas gelernt habe. Vielleicht, dass mein Mitteilungsbedürfnis nicht so groß ist, dass ich dauerhaft Journal-Blogging betreiben möchte. Die Konsequenz und Bedingungslosigkeit, mit der man bloggen muss, fehlen mir. Ich bin dafür doch zu faul (jetzt ist es raus). Oder sagen wir: vielseitig interessiert.

Halt, vielleicht das: Manchmal ist es in Ordnung, halbgare Texte in die Welt hinauszuschießen. Denn in der Regel bin ich beim Schreiben sehr perfektionistisch. Kein Text geht raus, ohne dass ich ihn wenigstens zweimal lese und überarbeite. Außer ungefähr 15 der 30 letzten Texte. Aber das ist OK. Der Grund, warum ich diese 30 Tage des Bloggens veranstaltete, war meine Schreibblockade. Allzu häufig werden sie durch Perfektionismus ausgelöst - übrigens auch die Ursache für Aufschieberitis.

Für den Moment ist die Schreibblockade überwunden. Der Druck, immer etwas Hochwertiges für ein Publikum prodzieren zu wollen, hat mich erstarren lassen. Ich wollte soziale Kommentare abgeben, meine Gedanken klar und prägnant zusammenzufassen, Einfluss zu üben auf Diskussionen, die derzeit laufen. Vielleicht auch andere eine andere Meinung zu vertreten als Peers. Zum Beispiel hinsichtlich Feminismus, Rassismus usw. Ich habe manchmal andere Ansichten.

Aber die äußern? In halbgarer Form? Schlecht vorbereitet in eine Debatte gehen? Dann lieber nichts veröffentlichen.

Du sagst es, Ron.

Dieser Post beendet also die Serie von Blogposts. Kein krönender Abschluss, nichts Grandioses. Das Leben ist nun mal nicht immer grandios. Es ist "Gott, was ess ich heute abend?", "Shit, es regnet wieder" und "die Tanzstunde ist der Höhepunkt meiner Woche". Es steckt eine gewisse Tugend im grauen Alltag. Ihr habt sicherlich einiges über mich gelernt.


Meine letzten 29 Blogposts mögen schlampiger, unpolierter, roher sein, als man das von mir gewohnt ist, aber verdammt, die Texte sind draußen. Ich könnte jetzt das Bloggen für das Jahr einstellen, meine Quote für dieses Jahr habe ich übererfüllt.

Nein, das werde ich nicht machen. Ich werde diese Woche noch über einen Mann schreiben müssen, der zu den HeldInnen der vietnamesischen Boatpeople in Deutschland gehört. Danke, Rupert Neudeck.

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