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Sailor Moon oder: Japanische Popkultur und ihre Implikationen auf asiatisch-deutsche Identität
"Hey, die erste Folge von Sailormoon ist raus."
Mein Schwesterherz meldete sich über Skype. Sailormoon - war das nicht diese japanische Zeichentrickserie, wo Teenager-Mädchen gegen das Böse (TM) kämpften?
"Die haben jetzt eine Neuauflage gemacht, nennt sich "Sailor Moon Crystal". Der Anime soll jetzt näher an der Mangavorlage sein."
Ich erinnerte mich natürlich an Sailor Moon. Die Serie kam 1998 nach Deutschland, da war ich um die zwölf Jahre alt. Sailor Moon war anders als das, was ich bisher an Unterhaltung für Kinder gesehen hatte. Sicher gab es schon vorher japanische Animation im deutschen Fernsehen, wie die Biene Maja oder Heidi (Leute, Heidi wird für mich immer schwarzhaarig bleiben), aber im Gegensatz zu diesen zahmen ZDF-Koproduktionen war Sailormoon vor allem eins: ein veritabler Kulturschock.
Sailor Moon war eben nicht an den öffentlich-rechtlichen, bisweilen biederen Geschmack deutschen Fernsehens angepasst. Nein, Sailor Moon war laut, bunt, überdreht, überzeichnet. Das Gefühl des Befremdetseins hat sich bei mir eingebrannt: Warum rissen die Figuren die Münder und Augen so extrem auf? Warum war die Protagonistin so dermaßen ungeschickt? Und was sollte eigentlich ständig dieser Tropfen am Hinterkopf?
Irgendwann gewöhnte ich mich an den Stil von Anime. Ich lernte, dass die übertriebene Mimik und Gestik vor allem komisch und witzig wirken sollten, dass Bunny/Usagi Tsukino (die Hauptfigur) einfach, nun ja, eine Überzeichnung eines (unter)durchschnittlichen Schulmädchens sein sollte und dass der Tropfen am Hinterkopf eine peinliche Situation oder Verlegenheit oder Fremdscham darstellte.
Sailor Moon war der Beginn einer neueren Welle, die die gesamten Nuller-Jahre über anhielt: die Japan-Begeisterung gerade bei jungen Mädchen. Im Rückblick betrachtet war die Sache ganz groß. Denn zum ersten Mal kam etwas aus Asien, das viele irgendwie cool fanden. Zum anderen war es eine Superheldin, die für Mädchen gemacht war.
Bis dahin kannte ich aus Asien vor allem Kung-Fu-Filme, Paris by Night-Videos (eine Art vietnamesisch-amerikanische Revue mit viel Gesang, in vietnamesischen Haushalten sind sie Standardausstattung) und Kriegsabbildungen von toten, sterbenden und/oder verhungerten Menschen. Nicht viel, mit dem ich mich identifizieren konnte oder wollte. Kung-Fu-Filme waren zwar spannend, aber meist auch Filme über Männer, Paris by Night fand ich immer zum Fremdschämen und Krieg - wer will sich selbst schon mit einer Opferrolle identifizieren.
Anime und Manga aber - das war etwas anderes. Es war Popkultur aus Asien. Es war neu. Und es galt als cool. Wenn man so wenig hat, mit dem man sich identifizieren kann oder möchte, dann nimmt man auch japanische Popkultur als Hilfsmittel zur Identitätsfindung. Es war mir vielleicht damals nicht so bewusst, aber im Nachhinein betrachtet war japanische Popkultur ein Mittel, meine eigene asiatische Identität zu kultivieren und zu zelebrieren.
Sailor Moon war einer der vielen "Magical Girl"-Mangas/Animes, in den 90ern und Nuller Jahren ein Revival erlebten, nachdem sie schon seit den frühen Anfängen des japanischen Comics Mitte des 20. Jh. ein wichtiges Genre darstellten. Ich persönlich ritt nie so fanatisch auf der Manga-/Anime-Welle mit wie beispielsweise Schwesterherz, aber es gehörte zum Unterhaltungsprogramm dazu. Noch heute verbinde ich japanische Pop-/Rockmusik mit meinen Teenagerjahren.
Sailor Moon Crystal - die Neuauflage
Da die heutige Popkultur quasi nur aus Referenzen an Kindheitserinnerungen aufgebaut ist (Transformers war vormals Kinderspielzeug, für die eine Zeichentrickserie entwickelt wurde, die dann in ein Milliarden-Kino-Franchise verwandelt wurde, s. auch: Superheldenfilme, Remakes von Remakes von Remakes, Sequels von Sequels von Sequels), war es nur eine Frage der Zeit, dass auch der Klassiker Sailor Moon neu aufgelegt werden würde. Schon der Neuschnitt von Dragonball war ein großer Erfolg, warum also die Kuh nicht zweimal melken?Aus Recherchezwecken habe ich mir also die erste Folge von Sailor Moon Crystal angesehen. Meine erste Erkenntnis: Man kann nicht zurück. Sailor Moon ist für Menschen, die fünfzehn bis zwanzig Jahre jünger sind als ich sicherlich noch unterhaltsam. Die Erzählgeschwindigkeit ist rasant, es ist laut und bunt, es gibt ausreichend Slapstick und der Plot ist so simpel gehalten, dass man ihm gut folgen kann.
Was mich immens gestört hat, war der Animationsstil: Der Zeichenstil ist einerseits altmodisch, weil er sich sehr eng, vielleicht zu eng, an die Vorlage hält. Dieses Traditionelle merkt man Sailor Moon Crystal deutlich an - von der Augenform zur Nase zu den Glanzlichtern auf den Haaren hin zum Intro (ich sag nur: J-Rock, Windmaschine und sehnsuchtsvolle Blicke in die Ferne). Der sehr "blumige" Stil erinnert mich stark an Anime aus den Siebzigern, etwa Die Rosen von Versaille/Berusaiyu no bara. Persönlich hätte mir eine stärkere Modernisierung besser gefallen.
Gleichzeitig wurde aus Kostengründen aber auf Animation im Computer gesetzt, anstatt von Hand auf Folien zu zeichnen. Dadurch wirkt die Animation irgendwie zu glatt und billig. Und dass die Verwandlungsszenen in einer Art 3D animiert sind, halte ich für einen unschönen stilistischen Bruch.
Ich bleibe vorerst bei Mushishi, Community und Youtube als Unterhaltungsprogramm...
korientation-Feier in Berlin und Asian-German Identity
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| Kien Nghi Ha, Illustration von Nguyen I Linh |
"Es wäre schön, wenn wir dich mal kennen lernen würden", hieß es in der Mail an mich. Oh, wirklich? ;_; Ich und mein kleiner Blog... T_T
Schnell war das Busticket gebucht und über die panasiatische E-Mail-Liste meine Unterkunft klar gemacht (danke noch einmal an Trang für die freundliche Aufnahme im Wedding!).
Wir trafen uns Sonntagnachmittag bei Kimiko in Kreuzberg, die freundlicherweise nicht nur ihre Wohnung zur Verfügung stellte, sondern sich auch zum Großteil um die Bewirtung kümmerte. (An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für das Sushi und die Waffeln!) Ich habe quasi den gesamten Abend gegessen. Sushi, Kuchen, Baklava, Kimchi-Pancakes, Eis... hach. Essen macht Spaß.
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| Sushi in the making. |
Zusammen ist man weniger allein
Wenn ich an meinem Blog arbeite und mir Gedanken zur asiatisch-deutschen, vietnamesisch-deutschen oder wie auch immer gearteten Identität mache, zu Rassismus und Sexismus schreibe und tweete, dann bin ich hier in München vor allem eins: Einzelkämpferin. Mit wenigen kann ich mich über mein asiatisch-deutsches Leben austauschen, die wenigsten leben es selbst.Aus diesem Grund war es schön, auf Menschen zu treffen, die eine ähnlich zusammengeflickte Identität haben und dabei ähnlich progressiv denken. Alle, die ich auf der Feier traf, hatten ihre eigene Geschichte: Von Menschen, deren Eltern teilweise oder gänzlich aus Ost-, Südost- oder Südasien stammen oder die selbst von Thailand oder Japan nach Deutschland ausgewandert sind. Ob es in unserer Biographie oder in unserer Identität eine Schnittmenge gibt, die letztlich alle miteinander verbindet, ist schwer zu sagen. Wichtig aber war, dass wir uns alle in irgendeiner Form als asiatisch und deutsch begreifen. Und dass es für uns wichtiger ist, unsere Kräfte zu bündeln anstatt uns bei Konflikten der Vergangenheit aufzuhalten.
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| Ich bin keine gute Fotografin. |
Anders als in den USA, wo die Asian-Americans eine eigene Kultur und Infrastruktur aufgebaut haben, stehen wir in Deutschland noch ganz am Anfang - die Feier in Berlin war der Startschuss für eine hoffentlich engere Zusammenarbeit zwischen Einzelkämpferinnen wie mir und Verbänden mit Länderschwerpunkten. Wir haben hier in Deutschland den Nachteil, dass wir zum einen rein zahlenmäßig viel weniger AsiatIschstämmige haben und dass wir uns zum anderen auf viele verschiedene Städte im ganzen Land verteilen.
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| Kien Nghi Ha eröffnet die Feier mit einer kleinen Rede. |
Studierende, Schreibende, KünstlerInnen und MusikerInnen, Filmschaffende: alles war dabei. Ich fühlte mich sehr wohl, einfach "normal" (Leute, die in ethnischer Hinsicht hier als normal gelten, machen sich gar keine Vorstellung, wie wohl es tut, sich selbst mal als normal zu erleben.) Den gesamten Abend über ging es um Fragen von Repräsentation, Theater und Kunst, wie und in welcher Form wir eine Verbindung zu Asien haben und sie leben (von "ich kann nur noch ganz wenig Vietnamesisch" über "ich fliege alle zwei Jahre nach Japan"). Poststrukturalistische Theorien paarten sich mit unglaublichen Zufällen.
Da war die Sache mit Sabine, mit der ich mich unterhielt. Ihre Mutter ist Koreanerin, ihr Vater Deutscher. Schnell fanden wir heraus, dass wir beide aus Mittelfranken stammten. Ich merkte an, dass ich erst zwei Wochen zuvor in München einen Koreanisch-Deutschen getroffen hatte, der auch aus Franken war, jetzt aber in London lebte. Sabine sah mich entgeistert an: "Du meinst aber nicht meinen Bruder, oder?" Die Welt ist klein.
Wozu das alles?
Nghi fragte mich später am Abend eine Sache. "Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?" Ich musste etwas länger überlegen. Inzwischen ist mir Bloggen so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich es einfach mache.Ich blogge, weil ich muss.
Nicht im Sinne eines Zwangs, sondern im Sinne eines inneren Bedürfnisses.
Um mir über Dinge klar zu werden.
Um meine Position in der Welt zu finden.
Um mich auszudrücken.
Wenn ich dabei andere treffe, denen es ähnlich geht und die meine Gedanken hilfreich finden, freue ich mich.
Danke an alle, die diese Feier möglich gemacht haben: Nghi, Kimiko, Noa, Trang, Ngoc Anh, Dan Thy (ich habe den Namen deiner Freundin vergessen!), Daniel, Toan, Thuy, Smaran, Anna, Susan (aus Freiburg nach Berlin trampen muss man erstmal schaffen), Kate, Sabine, und alle, die ich vergessen habe. Ich komme gerne wieder! :)
Alltagsrassismus gegen AsiatInnen - das NEO Magazin und #cancelColbert
Wenn ich in meiner Twitter-Timeline ein bestimmtes Hashtag von mehr als einem halben Dutzend Leuten angezeigt bekomme, weiß ich: Es ist wieder ein Shitstorm aufgezogen. Und manchmal sehe ich sogar zwei Shitstorms gleichzeitig - einmal diesseits und einmal jenseits des Atlantiks. Aber von vorn.
TV Total im chinesischen Fernsehen?
Noch habe ich die Hoffnung auf gutes deutsches Fernsehen nicht aufgegeben, weshalb ich immer Vorrezensionen zu Fernsehsendungen lese. Das NEO Magazin klang gut, also sah ich mir die Sendung vom 27. März an. Der SZ-Rezensent hatte auf jeden Fall Recht: Die Sendung war abseits des Üblichen. Dennoch hinterließ sie bei mir einen schalen Beigeschmack wegen einem Beitrag. Falls ihr die Sendung nicht gesehen habt, hier die Kurzzusammenfassung.In der Rubrik "NEO Magazin Fernseh-Nothilfe" hilft das Magazin langweilig gewordenen TV-Sendungen mit Content.
TV Total nimmt das zum Anlass, die chinesische Sendung als "Blamielen odel Kassielen" nachzustellen. Ich hätte wegen diesem beleidigenden Klischee am liebsten den Fernseher
Am nächsten Tag erhob sich auf Twitter ein Shitstorm gegen Jan Böhmermann, das NEO Magazin und zdf.neo: Rassismusvorwürfe wurden laut, die vom Sender und Moderator weitgehend ignoriert, kleingeredet oder teilweise lächerlich gemacht wurden. Auch ich fand es einfach blöd, wobei die Sendung selbst nur teilweise mein Unbehagen erklären kann. Aber dazu komme ich noch.
Colbert Report und der Tweet
In den USA herrscht derzeit unter anderem eine Diskussion über den Namen des Footballclubs "Washington Redskins", der rassistisch und für amerikanische Ureinwohner beleidigend ist. Als Wiedergutmachung hat der Verein angekündigt, eine Stiftung zu gründen. Der Name: Washington Redskins Original Americans Foundation. Ja nee, is klar.Der Colbert Report, eine eher linksgerichtete Sendung, und Ihr Moderator Stephen Colbert kritisierten diesen Schritt mit einer Satire, die später auch getwittert wurde:
I am willing to show #Asian community I care by introducing the Ching-Chong Ding-Dong Foundation for Sensitivity to Orientals or Whatever - QuelleSuey Park, eine Asian-American Twitter-Aktivistin und Autorin, nahm diesen Witz zum Anlass, das Hashtag #cancelColbert zu starten, um sich gegen Alltagsrassismus zu wehren. Schon in der Vergangenheit hatte sie mit #notyourasiansidekick zu einer Diskussion über Rassismus gegen AsiatInnen beigetragen. Grund genug für die Huffington Post mit ihr per Google Hangout über den Vorfall zu sprechen. Der Interviewer jedoch war wenig respektvoll - er nannte Parks Meinung "dumm", was entscheidend zur Eskalation beitrug.
Sie brach das Interview ab und machte ihrem Ärger auf Twitter Luft. #CancelColbert gab das noch mehr Auftrieb. Was folgte, waren Androhungen von Mord und Vergewaltigung gegen Park, noch mehr Rassismus und ein veritabler Shitstorm. Ein lesenswerter Artikel zeigt einen möglichen Grund, warum die Reaktionen gegen Park so heftig waren: Die Medien seien laut werdende, mächtige Asiatinnen nicht gewohnt.
Gleichzeitig gab es Stimmen auch innerhalb der asiatischen Community, die die Aufregung um Colbert und den Tweet nicht verstanden: Das sei klar erkennbar Satire, Colberts Persona in der Sendung ist der "dumme Republikaner", er entlarve Rassismus, und Suey Park und ihre FollowerInnen verstünden keine Satire. Die etablierten Medien sekundierten (s. erste Zwischenüberschrift hier).
Alltagsrassismus tief verwurzelt
Nach einigen Nächten darüber schlafen sah ich bei der Causa Böhmermann und #cancelColbert Parallelen: Beide Formate verordnen sich als progressiv. So ist der Colbert Report bekannt dafür, Bigotterie zu entlarven. Jan Böhmermanns Sendung gilt als Speerspitze guten Fernsehens in der Nische. Außerdem bezeichnete er in seiner Sendung den Blackface-Auftritt eines österreichischen Moderators gegen Kim Kardashian auf dem Wiener Opernball als "rassistische Beleidigung", was in deutschsprachigen Medien Seltenheitswert hat.Beide wollen die Schwächen ihrer ausgewählten GegnerInnen bloßstellen: Colbert will zeigen, dass der Verein rassistisch ist, Böhmermann will die Konkurrenz vom Privatfernsehen als in die Jahre gekommen und unfähig diskreditieren. Dass TV Total obendrein rassistische Klischees von der angeblichen r-/l-Schwäche von ChinesInnen wiedergibt, bleibt jedoch unerwähnt und wird auf der NEO magazin-Webseite munter weitergetragen.
Ebenso gemeinsam haben sie, dass sie AsiatInnen als Mittel zum Zweck gebrauchen. AsiatInnen werden mit Vorliebe zur Pointe gemacht und tauchen auch nur zu diesem Zweck auf. Dass der asiatische Kollege beim NEO Magazin (hatte der überhaupt einen Namen?) auch super wäre als Sidekick, ähnlich wie Manuel Andrack bei Harald Schmid, fällt niemandem ein.
Das Problem sind nicht das NEO Magazin oder der Colbert Report an sich - das Problem ist der blinde Fleck, den progressives Fernsehen nach wie vor beim Thema "hausgemachter Alltagsrassismus" hat, weil er so tief verwurzelt ist, dass er als solcher nicht erkannt wird. Stattdessen wird sich herausgeredet und der Fehler bei der angeblichen Humorlosigkeit der Gegenseite gesucht.
Hier erklärt sich mein Unbehagen: Wenn schon die angeblich fortschrittlichen Menschen und Massenmedien unter rassistischem Denken leiden, möchte ich mir lieber nicht ausmalen, was die Konservativeren oder die Stammtische über MigrantInnen oder auch Homosexuelle denken. Unbehagen ist der falsche Ausdruck - es macht mir Angst.
Clickbait! Bananas: Rührende thailändische Werbespots
Was mich "right in the feels" trifft, sind thailändische Werbeclips. Ich bin mir nicht sicher, ob thailändische Werbung generell auf die Tränendrüse drückt oder ob nur die gefühligsten es auf YouTube schaffen. Wie dem auch sei - aus Europa sind mir keine Werbeclips bekannt, die so ins Herz treffen.
Zum Wochenende also eine kleine Auswahl. Bitte haltet Taschentücher bereit. Menschen mit hyperaktiven Tränendrüsen und Spiegelneuronen bitte ich, vom Gucken dieser Clips Abstand zu nehmen. Ernsthaft. *not a joke*
1. Giving Is the Best Communication
Dieser Clip macht Werbung für - Telekommunikation. Wer hätt's gedacht. *schnief*
2. Mother and Son
Ratet mal, von wem diese Werbung stammt. Ihr werdet überrascht sein, versprochen. Tipp: Das Produkt verleiht wohl nur in Deutschland Flügel. *heul*
3. Deaf Daddy
Versicherungen in Thailand werben anscheinend häufiger mit Melodramatik. Auch wenn ich weiß, dass es einfach Manipulation meiner Gefühle ist: Meine Augen laufen dennoch über. Stupid feels. *schluchz*
4. Deaf Girl
Das ist schon die zweite Werbung, die Menschen mit Hörbehinderung zeigt. Ich weiß leider nichts darüber, ob Hörbehinderungen in Thailand besonders häufig oder besonders stigmatisiert sind. Auch hier werdet ihr nicht darauf kommen, für welches Produkt hier geworben wird. *rotz*
5. My Beautiful Woman
Das
Ich hoffe, ihr habt euch wieder gefangen. Ich zumindest habe eine Weile gebraucht - noch nie habe ich bei einer Recherche so viele Tränen vergossen. Aber ich weine inzwischen auch im Kino und bei Serien und in Gesprächen und bei Büchern und...
Vielleicht finde ich noch heraus, wer überall bei mir zu Hause Zwiebeln versteckt.
"Dossier Asian Germany - Asiatische Diaspora in Deutschland" ab sofort online
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| © Kien Hoang Le. All Rights reserved. |
Ich möchte euch ausdrücklich auf das soeben veröffentlichte Dossier "Asian Germany" von der Heinrich-Böll-Stiftung hinweisen, das einen facettenreichen Blick auf asiatisches Leben in Deutschland wirft.
In besagtem Dossier finden sich Beiträge von Kien Hoang Le, Trang Thu Tran, Carmen Wienand, You Jae Lee, Kim Gŭn-ch’ŏl, Lee Mun-sam, Kim Ch'ang-sŏn, Alisa Anh Kotmair, Nya Luong, Indira Hong Giang Berghof, Bé Điểm Nguyễn-Xuân, Baly Nguyen, Dan Thy Nguyen, Kimiko Suda, Sun-ju Choi, Nguyen Phuong-Dan, Stefan Canham, Angelika Nguyen, Yoko Tawada, Linda Koiran, Hanna Hoa Anh Mai, Miriam Nandi, Smaran Dayal, Noa Ha uvm.
Das Dossier wurde von Kien Nghi Ha konzipiert, der auch für den offenen Brief an den Heimathafen Neukölln verantwortlich zeichnet, und entstand in Kooperation mit korientation e.V. und dem Kultur- und Gesellschaftsmagazi
Anders als die Medien immer suggerieren, sind AsiatInnen in Deutschland zu einem kleinen, aber vitalen Teil der Gesellschaft geworden. Asiatische Deutsche sind keineswegs Fremde oder das Andere. Ich zitiere weiter aus der Pressemitteilung:
Vor diesem Hintergrund stellt das vorliegende Dossier Asian Germany - Asiatische Diaspora in Deutschland Positionen und Perspektiven vor, welche die Norm der Fremdwahrnehmung mit ihren oftmals ausgrenzenden Grundannahmen in Frage stellen und diese mit den Innenansichten asiatisch-deutscher Eigensinnigkeit konfrontieren.
Das Dossier geht mittels literarischer Verdichtungen, Gesprächen und oral history-Narrationen und fotografischen wie analytischen Essays der Frage nach, wie postmigrantisches Leben aus asiatisch-deutschen Perspektiven reflektiert werden kann. Was passiert, wenn die Migration zu ihrem Ende kommt? Welche Identitäten, Identifikationen und Identitätspositionen entstehen dann?
Das Dossier besteht aus fünf Teilen:
- Community und kulturelle Identität
- Fokus: 50 Jahre koreanisch-deutsche Arbeitsmigrationsge
schichte - Kulturelle Selbstverortungen und Imaginationen
- Salon der Kurzgeschichten
- Transnationale Verbindungen und Hybridität
Ich finde das Dossier sehr gelungen - es zeigt in aller Deutlichkeit die Vernetzungen zwischen Asien und Deutschland in einer tatsächlich globalen Welt. Selbst ich entdecke weitere Wirklichkeiten von Asiatisch-Sein in diesem Land.
Das Dossier steht auch als PDF zum Download zur Verfügung.
Clickbait! Bananas: Die besten asiatischen YouTube-Channel Teil 2
Maangchi
Oh Kimchi, wie liebe ich dich. Deine Milchsäuerlichkeit, deine Schärfe, deinen unvergleichlichen Knoblauchduft. Sicherlich habe ich es schon mal erwähnt und muss es wieder tun: Korea hat das Einlegen von Gemüse zur Perfektion gebracht. Und hier ist eine Quelle, die Kunst des Kimchi und anderer koreanischer Gerichte zu erlernen.
Andrew Huang
Ein bisschen Musik für zwischendrin. Es gibt viele MusikerInnen auf Youtube, aber ihn hier fand ich einfach hochgradig ansprechend. Andrew Huang ist ein sehr talentierter Rapper/Instrumentalist/Sänger. Sehr empfehlenswert ist sein Rap ohne den Buchstaben E.
FungBrosComedy
Neu hinzugekommen. Auch diese beiden Brüder sind auf der Comedy-Schiene unterwegs und beschäftigen sich viel mit dem asiatisch-amerikanischen Lifestyle, mit Klischees und, ja, auch mit Rassismus. Ich lache dabei, auch wenn ich heulen könnte, sobald ich darüber nachdenke. Mein Lieblingsprogramm: Level: Asian.
Totally Biased
Mir ist bewusst, dass das kein asiatischer Youtube-Channel ist, aber
Wong Fu Productions
Eine Produktionsfirma, die auf Youtube ihre Anfänge hat. Sie machen, ich kann es nicht anders sagen, häufig Rom-Com im Internet-Format: Viele ihrer Webserien handeln von der Liebe. Die drei Jungs wollen demnächst einen Spielfilm drehen und haben dazu eine Crowdfunding-Kampagne gestartet - ich bin mir ziemlich sicher, dass die Finanzierung erfolgreich sein wird. Auf das Ergebnis bin ich schon jetzt gespannt.
DavidSoComedy
Meine Quelle für Peniswitzeleien (ich wusste nicht, dass ich so was brauche) und erst seit Anfang des Jahres in meinen Abonnements auf Youtube. Eines seiner besten Videos ist "Don't touch my fro" - Menschen mit krausen Haaren werden die Problematik sehr gut nachvollziehen können.
Michelle Phan
Keine Liste asiatischer Youtube-Channel wäre vollständig ohne Michelle Phan. Sie ist, wie man so schön sagt, eine der ganz großen Make-Up-Gurus - nicht nur hat sie 5,7 Millionen AbonnentInnen, sondern sie hat durch ihren Status eine eigene Kosmetiklinie herausgebracht. Ich sage nur: Oh my glob.
LeendaDeeProductions
Manchmal glaube ich, dass AsiatInnen ein Abonnement auf "Awkward" haben - viele Videos handeln von lustigen Situationen, in denen sich irgendjemand seltsam verhalten hat. Soziale Interaktionen bieten so viel Stoff - es gibt einfach unendlich viele Möglichkeiten, wie man sich daneben benehmen kann. Und das grüne Öl habe ich auch zuhause stehen. Wer von meinen vietnamesischstämmigen LeserInnen noch? ;)
Danke für eure Aufmerksamkeit - und fröhliches Gucken :)
Lesen im Bananenhain - neue Serie.
Ich habe mich dazu entschlossen, einige Bücher hier auf dem Blog vorzustellen. Da Danger! Bananas eher "asian-themed" ist, konzentriere ich mich auf Bücher aus dem asiatischen Raum und auf Bücher mit asiatischstämmigen AutorInnen.
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| Tee und Bücher gehen gut zusammen. Aber etwas fehlt... |
Natürlich gibt es zahlreiche Buchrezensionsblogs. Doch mich treibt die Frage um: Welche Romane aus Asien schaffen den Sprung nach Deutschland? Was für ein Bild wird von asiatischen Ländern und asiatischen Menschen gezeichnet? Welchen Eindruck erhält man? Oder unterscheidet sich das überhaupt nicht?
Bevor jemand auch nur irgendein ausländisches Werk in Händen hält, ist es vorher bereits durch einen mehr oder weniger strengen Auswahlprozess gegangen. Nicht nur LektorInnen im Herkunftsland, Verlage und die AutorInnen selbst haben die Bücher durchgesiebt. In den Zielländern gibt es LiteraturagentInnen, ÜbersetzerInnen, Verlage, die dasselbe noch einmal machen. Die Frage ist immer: Funktioniert dieses Buch auch auf dem deutschen Markt? Ist es so gut, dass es auch hier gelesen werden sollte?
Ich stelle mir beim Lesen die Fragen: Soll mit dieser Auswahl von Romanen ein bestimmtes, vielleicht gar ein stereotypisches, Bild bestätigt oder verstärkt werden? Und, nicht zuletzt: Ist das Buch lesenswert? Kann ich es guten Gewissens empfehlen?
Lesen im Bananenhain?
Warum der Titel "Lesen im Bananenhain"? Der Lesen-Teil erklärt sich von selbst. Hain ist für mich ein typisches Literatur- oder Lyrikwort, das gerne in schwärmerischen Naturoden von Klopstock oder romantischen Landschaftsimpressionen von Eichendorff auftaucht, aber nie in Gesprächen oder modernen Texten. Es ist einfach zu literarisch-hochtrabend. Der Bananenhain wiederum ist die an mich angepasste Version des schönen deutschen Hains ;)![]() |
| Viel besser. |
Los geht es demnächst. Ich werde versuchen, in einem zweiwöchentlichen Rhythmus Bücher vorzustellen. Wäre schön, wenn ihr dabei wärt!
Die Vielfalt der Menschen - Fotostrecke
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Was Vererbungslehre, Genetik und die Vielfalt menschlicher Farben und Formen anbelangt, hat unser Wissen seit den Zeiten, als Wolfram von Eschenbach sein Epos schrieb, erheblich zugenommen. Wir wissen, dass Rasse viel stärker eine soziale denn eine biologische Kategorisierung darstellt und dass die verschiedenen Hautfarben, Augen-, Haar- und Nasenarten eine Anpassung an die Umwelt und/oder ein Ergebnis sexueller Auslese waren. Aber erst in den letzten Jahrzehnten beginnen sich die verschiedenen Gruppen tatsächlich stärker zu vermischen. Durch Migrationsbewegungen sind die geographischen Einschränkungen hinfällig. Am deutlichsten zeigen sich die Zeichen dieser globalen Zeitenwende im klassischen Einwanderungsland USA.
Der Fotograf Martin Schoeller hat Portraits von Menschen angefertigt, die in den USA wohl als "mixed race" bezeichnet werden würden. Sie zeigen Personen, die sich nicht so leicht in eine Herkunftsschublade wie schwarz, weiß, gelb, rot oder braun schieben lassen - am ehesten lassen sie sich als "bunt" bezeichnen. Die Bilder stellen zumindest bei mir Kategorisierungsversuche auf den Kopf, was äußerst erfrischend ist.
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Über die Anfänge einer Gesellschaft, die das Konzept Rasse allmählich hinter sich lässt, schreibt Lisa Funderberg im National Geographic-Artikel "The Changing Face of America", die verwendeten Bilder entstammen aus der dazugehörigen Bildergalerie, wo sich die Bandbreite menschlicher Physiognomie und die Vielfalt zeigt.
Wo sind meine Leute da draußen?
Forever alone.
Als eine der ganz wenigen AsiatInnen, die auch über gesellschaftspolitische Themen schreibt, bin ich in der Aktivistenszene genauso vereinzelt wie im Leben "da draußen".
Woran liegt das? Schließlich ist es nicht so, dass wir AsiatInnen keinen Rassismus erfahren. Anscheinend ist der aber anders als für Schwarze oder Türkischstämmige. Ich wurde noch nie von einer Clubtür abgewiesen wegen meiner Hautfarbe. Mich hat man noch nie wegen meiner Kleidungswahl für rückständig und unterdrückt gehalten. Nur für exotisch und "total integriert". Oder für gar nichts, weil die Menschen mit AsiatInnen nichts anfangen können.
Das Unbehagen, falsch repräsentiert oder gar ignoriert zu werden ist aber auch nervig.
Doch warum wehren sich AsiatInnen nicht dagegen?
Grund Eins: Es gibt hier so wenig AsiatInnen und sie schließen sich selten als "AsiatInnen (TM)" zusammen. Als große Gruppe hätte man mehr Schlagkraft. Doch zu groß scheinen oftmals die Unterschiede in Kultur und Selbstverständnis zu sein. Manchmal gibt es politische Gründe. Ich habe nichts gegen ChinesInnen, aber ich habe etwas dagegen, wenn die chinesische Regierung meint, Inseln für sich beanspruchen zu können (mal abgesehen von der tausendjährigen Kolonialisierung Vietnams, aber das ist eine andere Geschichte). Das reicht nicht für Ressentiments gegen Individuen, aber ein komisches Distanzgefühl bleibt.
Grund Zwei: AsiatInnen, und das ist hier eigentlich das Traurige, thematisieren extrem selten ihr Asiatisch-Sein bzw. ihr Anders-Sein. AsiatInnen sind oftmals sehr pragmatisch - willst du in einer Gesellschaft erfolgreich sein, verhältst du dich so, dass du möglichst erfolgreich bist. Das heißt: Anpassung, oft bis zur Selbstverleugnung. Bei mir dauerte es auch extrem lange, bis ich diesen Teil meines Ichs akzeptiert hatte und es mir nicht mehr peinlich war, aus Vietnam zu stammen und noch "diesen anderen Teil" zu haben. Betrachtet daher meinen Blog auch als ein Stück Selbsttherapie ;)
Es ist ja nicht so, dass AsiatInnen nie in die Öffentlichkeit treten: Es gibt zahllose asiatische BloggerInnen, die kein Problem damit haben, sich, ihr Make-Up oder ihre Outfits einer Öffentlichkeit im Netz zu präsentieren.
In all den AsiatInnen schlummert großes Potenzial. Deshalb meine Idee:
Ich möchte ein asiatisches Blognetzwerk errichten.
Raus aus der Unsichtbarkeit, rein in Rampenlicht!
Da wir ohnehin so wenige sind, sollten so viele wie möglich mitmachen: Bananen und "echte" AsiatInnen, Eingewanderte erster und zweiter Generation, Beauty-Bloggende und Gesellschaftskritische, einfach alle, die sich als AsiatInnen betrachten oder so gelesen werden. Keine Bio-Deutschen - die haben das gesamte deutschsprachige Netz für sich. Das hier wird unser kleines gelbes Königreich :D*
Meine Bitte an alle Leserinnen und Leser: Kommentiert/schickt/tweetet/facebookt mir alle Blogs, die von asiatischen Bloggenden geführt werden und die bekannter werden sollten. Und wenn ihr selbst asiatische Blogger seid, meldet euch bei mir!
Als Anfang wird es einen Blogroll hier geben, in den asiatische Bloggende aufgenommen werden. Und von dort aus wird es weitergehen - ich habe schon Ideen...
*Wer bei dieser Aussage Angst bekommt oder sich benachteiligt fühlt, ist doof und sollte dringend mal seine Privilegien überprüfen.
Asiaten und das Nerdtum
Ich habe letztens mit Erschrecken festgestellt, dass ich in einem sehr nerdigen Haushalt großgeworden bin. Spätestens als Schwesterherz und Lillebror das Mittelerde- und Darth-Vader-Poster anbrachten und sich dann zum Diablo-3-Spielen verabschiedeten, wurde es mir klar. Storebror ist ohnehin selten ansprechbar, weil er quasi mit dem Computer verwachsen ist.
Meine Familie war nerdig, bevor es das Wort im Deutschen überhaupt gab (ja, wir waren Nerds bevor es cool war!) Vor allem mein Vater und meine Geschwister (wir teilen schließlich einen Großteil unserer Gene). Meine Mutter war schon immer eher bodenständig und Realistin, aber irgendjemand muss ja den Laden am Laufen halten.
Persönlich fühlte ich mich nie als Nerd - klar las ich gerne Bücher über die großen Theorien, Philosophie und seltsame japanische Literatur über verquere Liebesbeziehungen, aber ich, ein Nerd? - Niemals! Schließlich war Physik in der Schule mein Erzfeind. Ok, ich war damals das einzige Mädchen im Informatik-Wahlfach, in einer Multimedia-Neigungsgruppe und fand Grammatikanalyse cooler als Goethe-Dramen, aber ich ein Nerd? - Niemals!
| Insignien des Nerds: Coding-Buch, Nippon-Nippes (das grüne Kerlchen heißt Nohohon) und natürlich die Sehhilfe |
Mein Schwesterherz führte unsere Nerdigkeit immer auch auf unsere asiatischen Wurzeln zurück. "Natürlich sind wir Nerds, wir sind Asiaten." Die einfache Gleichung lautet also: Asiatisch = nerdig.
Einige Eigenschaften konnte ich herauskristallisieren, die uns wohl in den Augen der anderen zu Nerds machen:
- Mein Vater schaffte anno 2002 schon eine DSL-Leitung an.
- Technische Spielereien (DVD-Player, Flachbildschirme, Dolby-Surround-Anlagen, PCs) tauchten immer zuerst bei uns auf, ehe sie sich in der Nachbarschaft ausbreiteten. Nur Handys brauchten länger, aber wer braucht die schon, wenn es den ICQ gibt? (ja... damals...)
- Wir haben immer über Instant Messenger kommuniziert, obwohl wir uns im selben Gebäude befanden. Ins nächste Stockwerk laufen zum reden? Viel zu anstrengend - dann lieber Chat.
- Ich besitze immer noch ungefähr 3 Regalmeter an Star-Wars-Romanen. Ausgelesen.
- Schwesterherz besitzt sicher 30 Regalmeter an Mangas. Ausgelesen.
- Wir alle lieb(t)en Star Wars. Eine Zeit lang war mein Berufswunsch Jedi-Ritterin. Lillebror trägt immer noch seinen Padawan-Zopf. (Ach George Lucas, spätestens mit Episode II hast du mich verloren)
- Auf meine Frage, wie meine Mutter es findet, dass mein Vater jetzt mehr arbeitet, sagte sie: "Das ist gut, dann hängt dein Vater nicht den ganzen Tag am Rechner und macht mal was nützliches."
- Storebror ist Ingenieur. (Wenn er auch in Medien macht, arbeitet er doch hauptsächlich an technischem Kram)
- Die halbe Familie trägt Brille. Nur einer von uns hat 160-prozentige Sehkraft.
- Leute kommen mit Computerproblemen gerne erst mal zu uns, sogar zu mir. Dabei hab ich doch auch keine Ahnung... Aber irgendwie krieg ich das dann trotzdem hin. Muss an den Genen liegen. Oder an Google.
- Wir sind sozial manchmal - wie soll ich sagen - ungeschickt.
- Wir haben einen Hang zum Sammeln: ob Nagellack, Mangas, Filme oder auch Facebook-Freunde: ein gewisser Hang zum Obsessiven ist uns allen gemein.
- Ich blogge. (aber macht das nicht jeder Zweite?)
Empfehlung: Fotostrecke Vietnam
Ich empfehle hier wieder einmal eine Fotostrecke aus Zeit Online.
Wer jemals eine Großstadt in Vietnam besucht hat, weiß, dass das Moped oder Cyclo, wie man es dort nennt, das wichtigste motorisierte Fortbewegungsmittel ist. (Auf die Verkehrslage dort komme ich vielleicht irgendwann zu sprechen.) Darauf werden gerne auch allerhand Waren transportiert, und davon so viel wie möglich.
Zeit Online zeigt einige Bilder aus Hans Kemps Arbeit, die auf jeden Fall sehr sehenswert sind. Was für die Menschen dort schlicht Notwendigkeit des Alltags ist, wirkt auf uns, die im Westen aufgewachsen sind, befremdlich und skurril.
Für mehr Bilder bitte hier klicken: KLICK
Wer jemals eine Großstadt in Vietnam besucht hat, weiß, dass das Moped oder Cyclo, wie man es dort nennt, das wichtigste motorisierte Fortbewegungsmittel ist. (Auf die Verkehrslage dort komme ich vielleicht irgendwann zu sprechen.) Darauf werden gerne auch allerhand Waren transportiert, und davon so viel wie möglich.
Zeit Online zeigt einige Bilder aus Hans Kemps Arbeit, die auf jeden Fall sehr sehenswert sind. Was für die Menschen dort schlicht Notwendigkeit des Alltags ist, wirkt auf uns, die im Westen aufgewachsen sind, befremdlich und skurril.
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| via Zeit Online |
Für mehr Bilder bitte hier klicken: KLICK
Der asiatische Trick
... war mir bis gerade eben auch unbekannt. Anscheinend bedeutet es, Probleme und negative Erfahrungen wegzulächeln.
Gefunden habe ich den asiatischen Trick HIER.
Da ist was Wahres dran. Viele AsiatInnen lächeln, sogar wenn etwas Schlimmes passiert ist, das konnte man in Japan nach dem Erdbeben/Tsunami/Atomunfall sehen. Zumindest sahen sie unglaublich gefasst aus. Auch meine Eltern lächeln, selbst wenn sie über Krieg und Flucht reden. Geht ja keinen Fremden was an, wie es in einem aussieht.
Bei mir ist das nicht so ausgeprägt, obwohl ich mir das manchmal wünschen würde. Allzu häufiges und damit nerviges Nachhaken bezüglich meiner Befindlichkeit käme seltener vor. Leider sieht man mir manchmal eben auch an, wenn ich schlechte Laune habe, müde oder eher unterwältigt von etwas bin.
Und natürlich kann man auch lächeln, um andere in die Irre zu führen und die eigene Verhandlungsposition zu verschleiern, durchaus nützlich im Berufsleben... Stichwort Pokerface.
Und schon denk ich an ein Lied von Lady Gaga...
Ich melde mich für die nächsten Tage ab - großes Treffen mit den papsttreuen Intelligenzbestien ist mal wieder angesagt ;-)
Bis die Tage.
Gefunden habe ich den asiatischen Trick HIER.
Da ist was Wahres dran. Viele AsiatInnen lächeln, sogar wenn etwas Schlimmes passiert ist, das konnte man in Japan nach dem Erdbeben/Tsunami/Atomunfall sehen. Zumindest sahen sie unglaublich gefasst aus. Auch meine Eltern lächeln, selbst wenn sie über Krieg und Flucht reden. Geht ja keinen Fremden was an, wie es in einem aussieht.
Bei mir ist das nicht so ausgeprägt, obwohl ich mir das manchmal wünschen würde. Allzu häufiges und damit nerviges Nachhaken bezüglich meiner Befindlichkeit käme seltener vor. Leider sieht man mir manchmal eben auch an, wenn ich schlechte Laune habe, müde oder eher unterwältigt von etwas bin.
Und natürlich kann man auch lächeln, um andere in die Irre zu führen und die eigene Verhandlungsposition zu verschleiern, durchaus nützlich im Berufsleben... Stichwort Pokerface.
Und schon denk ich an ein Lied von Lady Gaga...
Ich melde mich für die nächsten Tage ab - großes Treffen mit den papsttreuen Intelligenzbestien ist mal wieder angesagt ;-)
Bis die Tage.
Wörter mit Migrationshintergrund - eine Liste
Obwohl ich studierte Linguistin bin, habe ich mich bisher noch nie über Sprache oder Wörter ausgelassen. Das wird jetzt gemacht. *brille aufsetz*
Fremdwörter haben ja einen eher schlechten Stand bei den Deutschen. Schnell ist da von Denglisch, "Überfremdung" oder gar "Untergang der deutschen Sprache" die Rede. Ach, wenn ihr nur wüsstet! Deutsch ist sehr viel stärker von anderen Sprachen beeinflusst als ihr das wahrhaben wollt. So wunderschöne Wörter wie Ziegel, Mauer, Spargel, Schule oder der deutsche Panzer sind Wörter mit Migrationshintergrund. Nicht zu vergessen Keks, Torte, Pfalz oder Krake.
Nun sieht man diesen Substantiven ihre fremdländische Herkunft nicht mehr an, da sie schon absolut assimiliert sind. Andere Wörter sind relativ neue Erscheinungen im Deutschen, weswegen sie fremd aussehen und/oder klingen.
Gucken wir uns mal die Asiaten unter den Wortmigranten an. Es gibt nicht viele, aber es gibt sie. Hier eine kleine, auf keinen Fall erschöpfende Auswahl.
Kotau - der, wurde aus dem Chinesischen abgeleitet ( 叩頭 / 叩头, kòutóu, auch 磕頭 / 磕头, kētóu). Bezeichnet einen ehrfürchtigen, selbsterniedrigenden Gruß im alten Kaiserreich. Findet als Begriff hauptsächlich in der Politikberichterstattung Verwendung:
Die USA drohen sogar mit Sanktionen, falls die Europäer den Kotau vor Peking wagen sollten. (tagesschau.de vom 15.04.2005)
Sushi - das, aus dem Japanischen (寿司 oder すし, seltener auch: 壽司, 鮨 oder 鮓). Es ist eine "rohe Fischschnitte auf Reis" (Erklärung aus den 1960er Jahren). Seit den Neunzigern auch in Deutschland beliebtes Fastfood. Wobei Sushi-Arten wie Ura Maki (= Reis außen, Seetang und Fisch/Gemüse innen) oder Varianten mit Fleisch oder in süß (Bananensushi mit Nutella...) nicht in Japan erfunden wurden. Klassischstes japanisches Sushi sind Nigiri (= die oben genannte rohe Fischschnitte auf Reis).
Taekwondo - das, aus dem Koreanischen tae (= Fußtechnik), kwon (= Handtechnik) und do (= Weg). Eine Kampfsportart aus Südkorea. T. steht stellvertretend für all die anderen Kampfsportarten, die es in den Westen geschafft haben und inzwischen fast zum Breitensport geworden sind.
Punsch - nach Hindi पांच pāñč „fünf“. Ein Heißgetränk aus Indien, das ursprünglich aus fünf Zutaten bestand: Zitrone, Arrak, Zucker, Tee/Gewürze und Wasser. Die britischen Kolonialherren übernahmen im 17. Jahrhundert sowohl Getränk als auch die Bezeichnung mit nach Hause als englisch punch. Das Wort und das Getränk wanderten dann nach Deutschland und punch wurde assimiliert zu Punsch.
shanghaien/schanghaien - Verb. Bezeichnet die gewaltsame Rekrutierung von Seeleuten an internationalen Großhäfen wie eben Shanghai in früherer Zeit. Das Verb findet sich in der englischen, französischen, norwegischen und deutschen Seemannsprache (möglicherweise auch noch in weiteren Sprachen).
Vietcong, die (Pluralwort), aus dem Vietnamesischen. (Das einzige vietnamesischstämmige Wort, das ich auftreiben konnte. Sollte es phở irgendwann ins Deutsche schaffen, freu ich mich natürlich.) Eigentlich Việt Nam Cộng-sản (= vietnamesischer Kommunist). Bezeichnung der Guerillaorganisation zur "Befreiung Südvietnams", gegen die die US-Amerikaner im Vietnamkrieg gekämpft und grandios verloren haben. Südvietnamesen sind auf die Vietcong eher schlecht zu sprechen (gelinde ausgedrückt).
*brille absetz*
Die meisten Worterklärungen wurden der Wikipedia entnommen. Ich hoffe, euch hat die kleine Zusammenstellung gefallen. Korrekturen, Ergänzungen und Kommentare sind natürlich immer willkommen.
Fremdwörter haben ja einen eher schlechten Stand bei den Deutschen. Schnell ist da von Denglisch, "Überfremdung" oder gar "Untergang der deutschen Sprache" die Rede. Ach, wenn ihr nur wüsstet! Deutsch ist sehr viel stärker von anderen Sprachen beeinflusst als ihr das wahrhaben wollt. So wunderschöne Wörter wie Ziegel, Mauer, Spargel, Schule oder der deutsche Panzer sind Wörter mit Migrationshintergrund. Nicht zu vergessen Keks, Torte, Pfalz oder Krake.
Nun sieht man diesen Substantiven ihre fremdländische Herkunft nicht mehr an, da sie schon absolut assimiliert sind. Andere Wörter sind relativ neue Erscheinungen im Deutschen, weswegen sie fremd aussehen und/oder klingen.
Gucken wir uns mal die Asiaten unter den Wortmigranten an. Es gibt nicht viele, aber es gibt sie. Hier eine kleine, auf keinen Fall erschöpfende Auswahl.
Kotau - der, wurde aus dem Chinesischen abgeleitet ( 叩頭 / 叩头, kòutóu, auch 磕頭 / 磕头, kētóu). Bezeichnet einen ehrfürchtigen, selbsterniedrigenden Gruß im alten Kaiserreich. Findet als Begriff hauptsächlich in der Politikberichterstattung Verwendung:
Die USA drohen sogar mit Sanktionen, falls die Europäer den Kotau vor Peking wagen sollten. (tagesschau.de vom 15.04.2005)
Sushi - das, aus dem Japanischen (寿司 oder すし, seltener auch: 壽司, 鮨 oder 鮓). Es ist eine "rohe Fischschnitte auf Reis" (Erklärung aus den 1960er Jahren). Seit den Neunzigern auch in Deutschland beliebtes Fastfood. Wobei Sushi-Arten wie Ura Maki (= Reis außen, Seetang und Fisch/Gemüse innen) oder Varianten mit Fleisch oder in süß (Bananensushi mit Nutella...) nicht in Japan erfunden wurden. Klassischstes japanisches Sushi sind Nigiri (= die oben genannte rohe Fischschnitte auf Reis).
Taekwondo - das, aus dem Koreanischen tae (= Fußtechnik), kwon (= Handtechnik) und do (= Weg). Eine Kampfsportart aus Südkorea. T. steht stellvertretend für all die anderen Kampfsportarten, die es in den Westen geschafft haben und inzwischen fast zum Breitensport geworden sind.
Punsch - nach Hindi पांच pāñč „fünf“. Ein Heißgetränk aus Indien, das ursprünglich aus fünf Zutaten bestand: Zitrone, Arrak, Zucker, Tee/Gewürze und Wasser. Die britischen Kolonialherren übernahmen im 17. Jahrhundert sowohl Getränk als auch die Bezeichnung mit nach Hause als englisch punch. Das Wort und das Getränk wanderten dann nach Deutschland und punch wurde assimiliert zu Punsch.
shanghaien/schanghaien - Verb. Bezeichnet die gewaltsame Rekrutierung von Seeleuten an internationalen Großhäfen wie eben Shanghai in früherer Zeit. Das Verb findet sich in der englischen, französischen, norwegischen und deutschen Seemannsprache (möglicherweise auch noch in weiteren Sprachen).
Vietcong, die (Pluralwort), aus dem Vietnamesischen. (Das einzige vietnamesischstämmige Wort, das ich auftreiben konnte. Sollte es phở irgendwann ins Deutsche schaffen, freu ich mich natürlich.) Eigentlich Việt Nam Cộng-sản (= vietnamesischer Kommunist). Bezeichnung der Guerillaorganisation zur "Befreiung Südvietnams", gegen die die US-Amerikaner im Vietnamkrieg gekämpft und grandios verloren haben. Südvietnamesen sind auf die Vietcong eher schlecht zu sprechen (gelinde ausgedrückt).
*brille absetz*
Die meisten Worterklärungen wurden der Wikipedia entnommen. Ich hoffe, euch hat die kleine Zusammenstellung gefallen. Korrekturen, Ergänzungen und Kommentare sind natürlich immer willkommen.
Naekubi's top 5 Asian movies
Now, let's keep this post in English for the international readers to enjoy as well :)
I must admit that I don't watch too many movies if I can avoid it (and I mostly do) because I am not that much of a cinematophile. Still, movies is one of those topics most people can relate to. If you don't find any topic to talk about, why not trying movies? (Says pretty much everything about why this week is movie week on Danger! Bananas... *coughs*)
Let's move on to my personal top 5 Asian movies. Why top 5? Because I couldn't come up with more than five...
5
Now this one is pretty new in my favourites. In fact, I just watched it on the plane back from China. This is a romantic comedy, a chick flick if you will. I decided to watch it because I didn't want to choose a movie that's too long and exhausting. And I can say that this little rom-com came as a nice surprise.
"Cyrano Agency" is the name of a little theatre company that literally makes people fall in love. Emotionally clumsy people who seek for help to get their love interest turn to Cyrano Agency which then helps by creating romantic scenes, including scripted and thoroughly planned dialogues, locations and even weather.
The problems start when Sang Yong wants the agency's support to get Hee-Young. Interesting detail: She was once the girlfriend of the agency's boss, Byung Hoon.
Some of the jokes seem a bit predictable, yes. You need to accept the premise of a love agency like that being possible, yes. But once you're done with that, you have a pretty decent and touching movie with a toned down and half-cautious, half-classic happy end. The only obvious downside I can think of is the cast for Sang Yong: he just doesn't seem to be "nerdy" enough to pull off the awkward type.
And, one little detail: I think that the south korean actors are one of the most handsome in Asia. ;)
4
"Adrift in Tokyo"
Although being in this top 5 list, I watched this movie only once. It's a good movie but so sad in the end that I can hardly contain my tears. *sobs in advance*
This movie is about a long-term good-for-nothing student, Fumiya, who has serious debts at some shady loan sharks. A debt collector called Fukuhara shows up and threatens him to pay, but the student can't pay. So the debt collector offers him a deal: If Fumiya takes a walk with him through Tokyo to a certain police station, his debts would be amortised...
Fumiya first walks with Fukuhara out of bare necessity, but soon becomes connected to the older guy. The longer they walk, the weirder (and funnier) events become. He wishes for this walk to continue forever. However, every journey finds its end :( Why are beautiful movies often so sad?
This is one of the few Japanese movies I like. Most of the time I am not too satisfied with the level of acting. I don't know why, but Japanese actors are often just not that good. "Adrift" is an exception...3
"The snake in the eagle's shadow"
This one had to be in the list. It stands for all the other Eastern that I watched in my life. I am not that much of a martial arts nerd, but let's face it. Martial arts kick ass (literally and figuratively). As said in a previous blog post in German, this movie is basically an underdog story mixed with some good-vs-evil. It's a bit on the goofy side, which is not a negative point for me.
The one on one combats are very well put together and entertaining and the characters are a bit cliché and lovable at the same time.
All the exaggerated sound effects, the bad zooms and the cute cat called tiger add to the fun.
2
"I'm a cyborg, but that's ok"
Another korean movie, this time by Park Chan-Wook, the director who also brought you Oldboy. This movie, however, is nothing like Oldboy (thank god!). It's a love story with a freaky twist: The whole plot takes place in an asylum. Young-Goon is a young girl who thinks that she is a cyborg, hence she doesn't eat. She just licks batteries instead to "charge". This becomes a life-threatening issue, but nobody seems to be able to help her. Il-Sun, who is also hospitalized in that asylum due to anti-social behaviour and other problems, finally fixes her by "building in" a food processor that enables her to convert food into energy.
To put it shortly: This is the weird, freaky version of boy-meets-girl. The strange world the people in the asylum are living in (both the asylum itself and their own imagination) helps to make this love story un-kitschy and special.
1
"Howl's Moving Castle"
And virtually every other Ghibli movie. They are all good. The characters in Howl are not Asian, but it's from Japan which should suffice to declare it an Asian movie.
I've seen this movie about a dozen times and still the atmosphere captures me again and again. The design of the city reminds me a lot of how some German towns actually look like... today! (Namely like Rothenburg ob der Tauber and Dinkelsbühl.) This medieval, old-german background gets combined with steampunk (think of the moving castle) and a lot of magic and fantasy elements makes this a unique mixture that seems to work on a universally seeming scale.
Also, I am a big fan of the talking fire, calcifer. He is the "heart" and engine of the moving castle and just so cute :3
As you might have noticed I haven't included any classics of Asian cinematography. The reason is simple: I just haven't watched movies like Rashomon or Seven Samurai yet.
Have you watched any Asian movies? And if you have, which ones did you like?
Eigentlich...
wollte ich einen kleinen Blog-Eintrag mit statistischen Angaben zu "Asiaten in Deutschland" machen.
Wie gesagt, eigentlich.
Es stellt sich heraus, dass das sauschwierig ist. Anders als in den USA: Gänzlich unbefangen kann man auf Wikipedia lesen, dass 4,4 % der Gesamtbevölkerung Asiaten sind bzw. der asiatischen Rasse angehören (2008).
Das geht in Deutschland nicht, man kann nicht in aller Unschuld von Rasse sprechen. Allerhöchstens "ethnische Minderheit" ist als Begriff in Ordnung, doch darunter versteht man in Deutschland hauptsächlich die Bevölkerungsteile, die zwar nicht deutsch sind, wohl aber seit Generationen in Deutschland leben. Dazu gehören Sinti und Roma, die Sorben oder die Dänen.
Deshalb gibt es den wunderschönen sperrigen Begriff der "Menschen mit Migrationshintergrund". Und das sind laut statistischem Bundesamt
Schwierig? Es kommt noch besser. Die Berechnungen beziehen sich auf das Gebiet der heutigen Bundesrepublik. Das heißt auch das Gebiet, was eine gewisse Zeit die DDR war, wird dazugezählt.
Sehr schwierig? Dann passt mal auf: Zu den Leuten mit Migrationshintergrund gehören erst einmal natürlich diejenigen, die ihrem Pass nach anderer Nationalität sind. Die sind zugleich auch "Ausländer".
Meine Norwegisch-Lehrerin an der Uni etwa hatte ihren norwegischen Pass behalten, lebt aber seit über dreißig Jahren in Deutschland. Sie ist also "echte Ausländerin" und hat damit natürlich auch einen Migrationshintergrund. Ich bin dem Pass nach deutsch, habe aber Eltern, die einmal Ausländer waren. Also habe ich auch einen Migrationshintergrund.
Extrem schwierig? Es geht noch weiter. In den Ergebnissen des Mikrozensus 2009 vom statistischen Bundesamt unterscheidet man noch zwischen Migrationshintergrund im engeren und im weiteren Sinne. Zu ersteren gehören die "echten Ausländer" und Menschen, die irgendwann eingebürgert wurden. Zu letzteren gehören, hm...
*such*
*verzweifeltsuch*
Und hier warf ich das Handtuch... Ich weiß einfach nicht, wieviele Menschen asiatischer Abstammung in Deutschland leben und es gibt keinen praktikablen Weg (im Moment), das unkompliziert herauszufinden.
Falls jemand ausgiebig suchen will und sich durch Tabellen pflügen möchte, bitteschön. Aktenfresser vor!
Ich glaube, ich brauche erst einmal eine Aspirin.
Wie gesagt, eigentlich.
Es stellt sich heraus, dass das sauschwierig ist. Anders als in den USA: Gänzlich unbefangen kann man auf Wikipedia lesen, dass 4,4 % der Gesamtbevölkerung Asiaten sind bzw. der asiatischen Rasse angehören (2008).
Das geht in Deutschland nicht, man kann nicht in aller Unschuld von Rasse sprechen. Allerhöchstens "ethnische Minderheit" ist als Begriff in Ordnung, doch darunter versteht man in Deutschland hauptsächlich die Bevölkerungsteile, die zwar nicht deutsch sind, wohl aber seit Generationen in Deutschland leben. Dazu gehören Sinti und Roma, die Sorben oder die Dänen.
Deshalb gibt es den wunderschönen sperrigen Begriff der "Menschen mit Migrationshintergrund". Und das sind laut statistischem Bundesamt
„alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche GeborenenDas bedeutet also, dass der Herr Kowalski, dessen Vorfahren zur Zeit der Industrialisierung in deutsche Kaiserreich zum Arbeiten kamen, keinen Migrationshintergrund hat. Die Frau Kowalski (eigtl. Kowalska), die nach 1990 nach Westeuropa zum Arbeiten kam, dagegen schon.
mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“
Schwierig? Es kommt noch besser. Die Berechnungen beziehen sich auf das Gebiet der heutigen Bundesrepublik. Das heißt auch das Gebiet, was eine gewisse Zeit die DDR war, wird dazugezählt.
Sehr schwierig? Dann passt mal auf: Zu den Leuten mit Migrationshintergrund gehören erst einmal natürlich diejenigen, die ihrem Pass nach anderer Nationalität sind. Die sind zugleich auch "Ausländer".
Meine Norwegisch-Lehrerin an der Uni etwa hatte ihren norwegischen Pass behalten, lebt aber seit über dreißig Jahren in Deutschland. Sie ist also "echte Ausländerin" und hat damit natürlich auch einen Migrationshintergrund. Ich bin dem Pass nach deutsch, habe aber Eltern, die einmal Ausländer waren. Also habe ich auch einen Migrationshintergrund.
Extrem schwierig? Es geht noch weiter. In den Ergebnissen des Mikrozensus 2009 vom statistischen Bundesamt unterscheidet man noch zwischen Migrationshintergrund im engeren und im weiteren Sinne. Zu ersteren gehören die "echten Ausländer" und Menschen, die irgendwann eingebürgert wurden. Zu letzteren gehören, hm...
*such*
*verzweifeltsuch*
Und hier warf ich das Handtuch... Ich weiß einfach nicht, wieviele Menschen asiatischer Abstammung in Deutschland leben und es gibt keinen praktikablen Weg (im Moment), das unkompliziert herauszufinden.
Falls jemand ausgiebig suchen will und sich durch Tabellen pflügen möchte, bitteschön. Aktenfresser vor!
Ich glaube, ich brauche erst einmal eine Aspirin.
Was letztens so war...
Als selbst betitelte Banane fällt mir meistens nicht ein, dass ich mich in einigen äußerlichen Merkmalen doch von der Durchschnittsbevölkerung hier unterscheide. Und dass man damit auch ein bestimmtes Verhalten verknüpft. Aber manchmal macht das schon was aus...
Letztes Wochenende also weg zum Clubben in der Provinz. Mit Lillebror* und seinen Freunden. Hauptsächlich war ich Fahrer und damit der nüchterne Depp für den Abend, aber was solls. Der Club war ok, keine Massendisco (obwohl es voll genug dafür war). Musik war naja (ich mag David Guetta einfach nicht), es war ziemlich voll (yay! Herbstferien! Kiddies dürfen raus und feiern! yippie!!).
Nach zwei Stunden war es aber schon wieder genug und ich fuhr nach Hause, zusammen mit einem ebenfalls stocknüchternen Bekannten (er musste am nächsten Tag arbeiten), während Lillebror sagte, er würde mit seinen Freunden den Bus nehmen.
Auf der Heimfahrt unterhielt ich mich mit meinem Fahrgast und merkte an, dass Lillebror ja schon ganz gut bei den Mädchen ankäme. Worauf er: Naja, Exotenbonus, er ist halt Asiate. Darauf ich: Naja, wäre er nicht zusätzlich auch ein cooler Typ, würde sich kein einziges Mädchen für ihn interessieren (bei mir hat das ja schließlich auch meist nicht geklappt. Von wegen Exotenbonus).
Wir kamen auf das Thema "Ausländer" zu sprechen. Ich so: Als Asiate kommst du eigentlich fast überall rein, die gehen davon aus, dass wir keinen Stress machen. Worauf er: Also in dem Club (wo wir gewesen waren) lassen sie kaum Russen oder Türken oder so rein; sie hatten mal Probleme, J. reinzubekommen, weil der ja auch ein bisschen dunkler aussehe.
Ja, das war mir aufgefallen: Ich hatte einige Grüppchen von Asiaten und Asiatinnen gesehen (und, wie es sich gehört, kritisch beäugt), und ein oder zwei indisch- und afrikanischstämmige. Das war's.
Man sieht: Diskriminierung funktioniert sowohl mit negativem als auch positivem Vorzeichen. Während man von Asiaten annimmt, sie wären immer anständig (sind sie nicht), geht man von Türken oder Russen gleich davon aus, sie seien kriminell oder aggressiv (auch das stimmt nicht).
*norw. für "kleiner Bruder"
Letztes Wochenende also weg zum Clubben in der Provinz. Mit Lillebror* und seinen Freunden. Hauptsächlich war ich Fahrer und damit der nüchterne Depp für den Abend, aber was solls. Der Club war ok, keine Massendisco (obwohl es voll genug dafür war). Musik war naja (ich mag David Guetta einfach nicht), es war ziemlich voll (yay! Herbstferien! Kiddies dürfen raus und feiern! yippie!!).
Nach zwei Stunden war es aber schon wieder genug und ich fuhr nach Hause, zusammen mit einem ebenfalls stocknüchternen Bekannten (er musste am nächsten Tag arbeiten), während Lillebror sagte, er würde mit seinen Freunden den Bus nehmen.
Auf der Heimfahrt unterhielt ich mich mit meinem Fahrgast und merkte an, dass Lillebror ja schon ganz gut bei den Mädchen ankäme. Worauf er: Naja, Exotenbonus, er ist halt Asiate. Darauf ich: Naja, wäre er nicht zusätzlich auch ein cooler Typ, würde sich kein einziges Mädchen für ihn interessieren (bei mir hat das ja schließlich auch meist nicht geklappt. Von wegen Exotenbonus).
Wir kamen auf das Thema "Ausländer" zu sprechen. Ich so: Als Asiate kommst du eigentlich fast überall rein, die gehen davon aus, dass wir keinen Stress machen. Worauf er: Also in dem Club (wo wir gewesen waren) lassen sie kaum Russen oder Türken oder so rein; sie hatten mal Probleme, J. reinzubekommen, weil der ja auch ein bisschen dunkler aussehe.
Ja, das war mir aufgefallen: Ich hatte einige Grüppchen von Asiaten und Asiatinnen gesehen (und, wie es sich gehört, kritisch beäugt), und ein oder zwei indisch- und afrikanischstämmige. Das war's.
Man sieht: Diskriminierung funktioniert sowohl mit negativem als auch positivem Vorzeichen. Während man von Asiaten annimmt, sie wären immer anständig (sind sie nicht), geht man von Türken oder Russen gleich davon aus, sie seien kriminell oder aggressiv (auch das stimmt nicht).
*norw. für "kleiner Bruder"
Naekubis Presseschau
Ich persönlich freue mich ja immer, wenn ich in Werbung in Zeitschriften, auf Plakaten oder im Fernsehen asiatische Gesichter sehe. Man muss sich ja nicht zwangsläufig über die Ethnie definieren, aber die Verwendung eines asiatisch-stämmigen Testimonials zeigt mir, dass die Unternehmen auch mich als möglichen Konsumenten und Produktkäufer im Auge haben. Sie erhöhen damit zwar nicht ihre Chancen, mir ans Portmonee zu gehen, bleiben jedoch, entweder positiv oder negativ, im Gedächtnis...
Nun, diesmal also Presseschau. Letztens war ich in einem dieser schicken Bio-Supermärkte, wo Mitarbeiter aus Gründen des Bodenständigkeits-Image grüne Schürzen tragen müssen und Obst und Gemüse noch pyramidenartig gestapelt wird.
Dort gibt es eine Hauspostille, die Schrot&Korn, die ich interessehalber mal mitgenommen habe. Überraschenderweise konnte ich gleich zwei Reklamen entdecken, in denen asiatische Models gezeigt wurden. Davon gibt es heute eine zu sehen, die zweite folgt in einem gesonderten Beitrag:
Es ging im dazugehörigen Artikel um fair gehandelten, ökologischen Kakao und was man damit machen kann. Mein erster Gedanke zum Bild war: süß. Zwei kleine Kinder, die zusammen aus einem riesigen Glas Kakao trinken.
Man kann förmlich riechen, wie die Macher des Heftes den diversity-Gedanken greifbar machen wollten, denn es wird nicht nur ein asiatisches Kind gezeigt, nein, links befindet sich ein afro-europäisches Kind. Das inzwischen allseits verfemte Multikulti also. Unterstrichen wird dies noch durch die Bildunterschrift, sie lautet im Original:
Das ist wahrscheinlich vor allem Marketing, denn mein zweiter Gedanke war: Werden die Kinder nicht Bauchschmerzen bekommen? Vor allem Asiaten gelten ja als sehr laktoseintolerant, auch wenn es in einigen asiatischen Ländern Bestrebungen gibt, Kinder schon früh an das Milchtrinken zu gewöhnen.
Ich persönlich habe noch nie ein gutes Müsli mit Milch verschmäht und mein Pausenbrot zu Grundschulzeiten bestand sogar meist aus Cornflakes in einer gut schließenden Tupperdose nebst einem kleinen Fläschchen mit Milch, die dann in der großen Pause zusammengekippt und gegessen wurden. (Die Worte meiner Mutter waren: Trinkt nur, trinkt, damit ihr groß und stark werdet wie die deutschen Kinder!)
Was bleibt als Gesamteindruck: Positiv gesehen ein niedliches Foto, das gewissermaßen mit den Klischees bricht (Asiaten und Laktoseintoleranz) und den multikulturellen Aspekt von Kakao betont. Und diese zwei Kinder zu sehen hat einfach etwas Erfrischendes, denn niedliche blonde und blauäugige Kinder sieht man ja doch oft genug.
Nun, diesmal also Presseschau. Letztens war ich in einem dieser schicken Bio-Supermärkte, wo Mitarbeiter aus Gründen des Bodenständigkeits-Image grüne Schürzen tragen müssen und Obst und Gemüse noch pyramidenartig gestapelt wird.
Dort gibt es eine Hauspostille, die Schrot&Korn, die ich interessehalber mal mitgenommen habe. Überraschenderweise konnte ich gleich zwei Reklamen entdecken, in denen asiatische Models gezeigt wurden. Davon gibt es heute eine zu sehen, die zweite folgt in einem gesonderten Beitrag:
| Schrot&Korn Okt. 2010, S. 23 |
Man kann förmlich riechen, wie die Macher des Heftes den diversity-Gedanken greifbar machen wollten, denn es wird nicht nur ein asiatisches Kind gezeigt, nein, links befindet sich ein afro-europäisches Kind. Das inzwischen allseits verfemte Multikulti also. Unterstrichen wird dies noch durch die Bildunterschrift, sie lautet im Original:
Schmeckt! Auch wenn die Geschmäcker exotisch sind.Das suggeriert: Bio-Kakao hat für alle etwas zu bieten, egal, was für Geschmacksknospen man besitzt. Ich nehme an, die ethnisch unterschiedlichen Kinder sollen das Exotische betonen, das Glas Kakao die Gemeinsamkeiten. Schön.
Das ist wahrscheinlich vor allem Marketing, denn mein zweiter Gedanke war: Werden die Kinder nicht Bauchschmerzen bekommen? Vor allem Asiaten gelten ja als sehr laktoseintolerant, auch wenn es in einigen asiatischen Ländern Bestrebungen gibt, Kinder schon früh an das Milchtrinken zu gewöhnen.
Ich persönlich habe noch nie ein gutes Müsli mit Milch verschmäht und mein Pausenbrot zu Grundschulzeiten bestand sogar meist aus Cornflakes in einer gut schließenden Tupperdose nebst einem kleinen Fläschchen mit Milch, die dann in der großen Pause zusammengekippt und gegessen wurden. (Die Worte meiner Mutter waren: Trinkt nur, trinkt, damit ihr groß und stark werdet wie die deutschen Kinder!)
Was bleibt als Gesamteindruck: Positiv gesehen ein niedliches Foto, das gewissermaßen mit den Klischees bricht (Asiaten und Laktoseintoleranz) und den multikulturellen Aspekt von Kakao betont. Und diese zwei Kinder zu sehen hat einfach etwas Erfrischendes, denn niedliche blonde und blauäugige Kinder sieht man ja doch oft genug.
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