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Sailor Moon oder: Japanische Popkultur und ihre Implikationen auf asiatisch-deutsche Identität
"Hey, die erste Folge von Sailormoon ist raus."
Mein Schwesterherz meldete sich über Skype. Sailormoon - war das nicht diese japanische Zeichentrickserie, wo Teenager-Mädchen gegen das Böse (TM) kämpften?
"Die haben jetzt eine Neuauflage gemacht, nennt sich "Sailor Moon Crystal". Der Anime soll jetzt näher an der Mangavorlage sein."
Ich erinnerte mich natürlich an Sailor Moon. Die Serie kam 1998 nach Deutschland, da war ich um die zwölf Jahre alt. Sailor Moon war anders als das, was ich bisher an Unterhaltung für Kinder gesehen hatte. Sicher gab es schon vorher japanische Animation im deutschen Fernsehen, wie die Biene Maja oder Heidi (Leute, Heidi wird für mich immer schwarzhaarig bleiben), aber im Gegensatz zu diesen zahmen ZDF-Koproduktionen war Sailormoon vor allem eins: ein veritabler Kulturschock.
Sailor Moon war eben nicht an den öffentlich-rechtlichen, bisweilen biederen Geschmack deutschen Fernsehens angepasst. Nein, Sailor Moon war laut, bunt, überdreht, überzeichnet. Das Gefühl des Befremdetseins hat sich bei mir eingebrannt: Warum rissen die Figuren die Münder und Augen so extrem auf? Warum war die Protagonistin so dermaßen ungeschickt? Und was sollte eigentlich ständig dieser Tropfen am Hinterkopf?
Irgendwann gewöhnte ich mich an den Stil von Anime. Ich lernte, dass die übertriebene Mimik und Gestik vor allem komisch und witzig wirken sollten, dass Bunny/Usagi Tsukino (die Hauptfigur) einfach, nun ja, eine Überzeichnung eines (unter)durchschnittlichen Schulmädchens sein sollte und dass der Tropfen am Hinterkopf eine peinliche Situation oder Verlegenheit oder Fremdscham darstellte.
Sailor Moon war der Beginn einer neueren Welle, die die gesamten Nuller-Jahre über anhielt: die Japan-Begeisterung gerade bei jungen Mädchen. Im Rückblick betrachtet war die Sache ganz groß. Denn zum ersten Mal kam etwas aus Asien, das viele irgendwie cool fanden. Zum anderen war es eine Superheldin, die für Mädchen gemacht war.
Bis dahin kannte ich aus Asien vor allem Kung-Fu-Filme, Paris by Night-Videos (eine Art vietnamesisch-amerikanische Revue mit viel Gesang, in vietnamesischen Haushalten sind sie Standardausstattung) und Kriegsabbildungen von toten, sterbenden und/oder verhungerten Menschen. Nicht viel, mit dem ich mich identifizieren konnte oder wollte. Kung-Fu-Filme waren zwar spannend, aber meist auch Filme über Männer, Paris by Night fand ich immer zum Fremdschämen und Krieg - wer will sich selbst schon mit einer Opferrolle identifizieren.
Anime und Manga aber - das war etwas anderes. Es war Popkultur aus Asien. Es war neu. Und es galt als cool. Wenn man so wenig hat, mit dem man sich identifizieren kann oder möchte, dann nimmt man auch japanische Popkultur als Hilfsmittel zur Identitätsfindung. Es war mir vielleicht damals nicht so bewusst, aber im Nachhinein betrachtet war japanische Popkultur ein Mittel, meine eigene asiatische Identität zu kultivieren und zu zelebrieren.
Sailor Moon war einer der vielen "Magical Girl"-Mangas/Animes, in den 90ern und Nuller Jahren ein Revival erlebten, nachdem sie schon seit den frühen Anfängen des japanischen Comics Mitte des 20. Jh. ein wichtiges Genre darstellten. Ich persönlich ritt nie so fanatisch auf der Manga-/Anime-Welle mit wie beispielsweise Schwesterherz, aber es gehörte zum Unterhaltungsprogramm dazu. Noch heute verbinde ich japanische Pop-/Rockmusik mit meinen Teenagerjahren.
Sailor Moon Crystal - die Neuauflage
Da die heutige Popkultur quasi nur aus Referenzen an Kindheitserinnerungen aufgebaut ist (Transformers war vormals Kinderspielzeug, für die eine Zeichentrickserie entwickelt wurde, die dann in ein Milliarden-Kino-Franchise verwandelt wurde, s. auch: Superheldenfilme, Remakes von Remakes von Remakes, Sequels von Sequels von Sequels), war es nur eine Frage der Zeit, dass auch der Klassiker Sailor Moon neu aufgelegt werden würde. Schon der Neuschnitt von Dragonball war ein großer Erfolg, warum also die Kuh nicht zweimal melken?Aus Recherchezwecken habe ich mir also die erste Folge von Sailor Moon Crystal angesehen. Meine erste Erkenntnis: Man kann nicht zurück. Sailor Moon ist für Menschen, die fünfzehn bis zwanzig Jahre jünger sind als ich sicherlich noch unterhaltsam. Die Erzählgeschwindigkeit ist rasant, es ist laut und bunt, es gibt ausreichend Slapstick und der Plot ist so simpel gehalten, dass man ihm gut folgen kann.
Was mich immens gestört hat, war der Animationsstil: Der Zeichenstil ist einerseits altmodisch, weil er sich sehr eng, vielleicht zu eng, an die Vorlage hält. Dieses Traditionelle merkt man Sailor Moon Crystal deutlich an - von der Augenform zur Nase zu den Glanzlichtern auf den Haaren hin zum Intro (ich sag nur: J-Rock, Windmaschine und sehnsuchtsvolle Blicke in die Ferne). Der sehr "blumige" Stil erinnert mich stark an Anime aus den Siebzigern, etwa Die Rosen von Versaille/Berusaiyu no bara. Persönlich hätte mir eine stärkere Modernisierung besser gefallen.
Gleichzeitig wurde aus Kostengründen aber auf Animation im Computer gesetzt, anstatt von Hand auf Folien zu zeichnen. Dadurch wirkt die Animation irgendwie zu glatt und billig. Und dass die Verwandlungsszenen in einer Art 3D animiert sind, halte ich für einen unschönen stilistischen Bruch.
Ich bleibe vorerst bei Mushishi, Community und Youtube als Unterhaltungsprogramm...
korientation-Feier in Berlin und Asian-German Identity
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| Kien Nghi Ha, Illustration von Nguyen I Linh |
"Es wäre schön, wenn wir dich mal kennen lernen würden", hieß es in der Mail an mich. Oh, wirklich? ;_; Ich und mein kleiner Blog... T_T
Schnell war das Busticket gebucht und über die panasiatische E-Mail-Liste meine Unterkunft klar gemacht (danke noch einmal an Trang für die freundliche Aufnahme im Wedding!).
Wir trafen uns Sonntagnachmittag bei Kimiko in Kreuzberg, die freundlicherweise nicht nur ihre Wohnung zur Verfügung stellte, sondern sich auch zum Großteil um die Bewirtung kümmerte. (An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für das Sushi und die Waffeln!) Ich habe quasi den gesamten Abend gegessen. Sushi, Kuchen, Baklava, Kimchi-Pancakes, Eis... hach. Essen macht Spaß.
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| Sushi in the making. |
Zusammen ist man weniger allein
Wenn ich an meinem Blog arbeite und mir Gedanken zur asiatisch-deutschen, vietnamesisch-deutschen oder wie auch immer gearteten Identität mache, zu Rassismus und Sexismus schreibe und tweete, dann bin ich hier in München vor allem eins: Einzelkämpferin. Mit wenigen kann ich mich über mein asiatisch-deutsches Leben austauschen, die wenigsten leben es selbst.Aus diesem Grund war es schön, auf Menschen zu treffen, die eine ähnlich zusammengeflickte Identität haben und dabei ähnlich progressiv denken. Alle, die ich auf der Feier traf, hatten ihre eigene Geschichte: Von Menschen, deren Eltern teilweise oder gänzlich aus Ost-, Südost- oder Südasien stammen oder die selbst von Thailand oder Japan nach Deutschland ausgewandert sind. Ob es in unserer Biographie oder in unserer Identität eine Schnittmenge gibt, die letztlich alle miteinander verbindet, ist schwer zu sagen. Wichtig aber war, dass wir uns alle in irgendeiner Form als asiatisch und deutsch begreifen. Und dass es für uns wichtiger ist, unsere Kräfte zu bündeln anstatt uns bei Konflikten der Vergangenheit aufzuhalten.
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| Ich bin keine gute Fotografin. |
Anders als in den USA, wo die Asian-Americans eine eigene Kultur und Infrastruktur aufgebaut haben, stehen wir in Deutschland noch ganz am Anfang - die Feier in Berlin war der Startschuss für eine hoffentlich engere Zusammenarbeit zwischen Einzelkämpferinnen wie mir und Verbänden mit Länderschwerpunkten. Wir haben hier in Deutschland den Nachteil, dass wir zum einen rein zahlenmäßig viel weniger AsiatIschstämmige haben und dass wir uns zum anderen auf viele verschiedene Städte im ganzen Land verteilen.
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| Kien Nghi Ha eröffnet die Feier mit einer kleinen Rede. |
Studierende, Schreibende, KünstlerInnen und MusikerInnen, Filmschaffende: alles war dabei. Ich fühlte mich sehr wohl, einfach "normal" (Leute, die in ethnischer Hinsicht hier als normal gelten, machen sich gar keine Vorstellung, wie wohl es tut, sich selbst mal als normal zu erleben.) Den gesamten Abend über ging es um Fragen von Repräsentation, Theater und Kunst, wie und in welcher Form wir eine Verbindung zu Asien haben und sie leben (von "ich kann nur noch ganz wenig Vietnamesisch" über "ich fliege alle zwei Jahre nach Japan"). Poststrukturalistische Theorien paarten sich mit unglaublichen Zufällen.
Da war die Sache mit Sabine, mit der ich mich unterhielt. Ihre Mutter ist Koreanerin, ihr Vater Deutscher. Schnell fanden wir heraus, dass wir beide aus Mittelfranken stammten. Ich merkte an, dass ich erst zwei Wochen zuvor in München einen Koreanisch-Deutschen getroffen hatte, der auch aus Franken war, jetzt aber in London lebte. Sabine sah mich entgeistert an: "Du meinst aber nicht meinen Bruder, oder?" Die Welt ist klein.
Wozu das alles?
Nghi fragte mich später am Abend eine Sache. "Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?" Ich musste etwas länger überlegen. Inzwischen ist mir Bloggen so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich es einfach mache.Ich blogge, weil ich muss.
Nicht im Sinne eines Zwangs, sondern im Sinne eines inneren Bedürfnisses.
Um mir über Dinge klar zu werden.
Um meine Position in der Welt zu finden.
Um mich auszudrücken.
Wenn ich dabei andere treffe, denen es ähnlich geht und die meine Gedanken hilfreich finden, freue ich mich.
Danke an alle, die diese Feier möglich gemacht haben: Nghi, Kimiko, Noa, Trang, Ngoc Anh, Dan Thy (ich habe den Namen deiner Freundin vergessen!), Daniel, Toan, Thuy, Smaran, Anna, Susan (aus Freiburg nach Berlin trampen muss man erstmal schaffen), Kate, Sabine, und alle, die ich vergessen habe. Ich komme gerne wieder! :)
Alltagsrassismus gegen AsiatInnen - das NEO Magazin und #cancelColbert
Wenn ich in meiner Twitter-Timeline ein bestimmtes Hashtag von mehr als einem halben Dutzend Leuten angezeigt bekomme, weiß ich: Es ist wieder ein Shitstorm aufgezogen. Und manchmal sehe ich sogar zwei Shitstorms gleichzeitig - einmal diesseits und einmal jenseits des Atlantiks. Aber von vorn.
TV Total im chinesischen Fernsehen?
Noch habe ich die Hoffnung auf gutes deutsches Fernsehen nicht aufgegeben, weshalb ich immer Vorrezensionen zu Fernsehsendungen lese. Das NEO Magazin klang gut, also sah ich mir die Sendung vom 27. März an. Der SZ-Rezensent hatte auf jeden Fall Recht: Die Sendung war abseits des Üblichen. Dennoch hinterließ sie bei mir einen schalen Beigeschmack wegen einem Beitrag. Falls ihr die Sendung nicht gesehen habt, hier die Kurzzusammenfassung.In der Rubrik "NEO Magazin Fernseh-Nothilfe" hilft das Magazin langweilig gewordenen TV-Sendungen mit Content.
TV Total nimmt das zum Anlass, die chinesische Sendung als "Blamielen odel Kassielen" nachzustellen. Ich hätte wegen diesem beleidigenden Klischee am liebsten den Fernseher
Am nächsten Tag erhob sich auf Twitter ein Shitstorm gegen Jan Böhmermann, das NEO Magazin und zdf.neo: Rassismusvorwürfe wurden laut, die vom Sender und Moderator weitgehend ignoriert, kleingeredet oder teilweise lächerlich gemacht wurden. Auch ich fand es einfach blöd, wobei die Sendung selbst nur teilweise mein Unbehagen erklären kann. Aber dazu komme ich noch.
Colbert Report und der Tweet
In den USA herrscht derzeit unter anderem eine Diskussion über den Namen des Footballclubs "Washington Redskins", der rassistisch und für amerikanische Ureinwohner beleidigend ist. Als Wiedergutmachung hat der Verein angekündigt, eine Stiftung zu gründen. Der Name: Washington Redskins Original Americans Foundation. Ja nee, is klar.Der Colbert Report, eine eher linksgerichtete Sendung, und Ihr Moderator Stephen Colbert kritisierten diesen Schritt mit einer Satire, die später auch getwittert wurde:
I am willing to show #Asian community I care by introducing the Ching-Chong Ding-Dong Foundation for Sensitivity to Orientals or Whatever - QuelleSuey Park, eine Asian-American Twitter-Aktivistin und Autorin, nahm diesen Witz zum Anlass, das Hashtag #cancelColbert zu starten, um sich gegen Alltagsrassismus zu wehren. Schon in der Vergangenheit hatte sie mit #notyourasiansidekick zu einer Diskussion über Rassismus gegen AsiatInnen beigetragen. Grund genug für die Huffington Post mit ihr per Google Hangout über den Vorfall zu sprechen. Der Interviewer jedoch war wenig respektvoll - er nannte Parks Meinung "dumm", was entscheidend zur Eskalation beitrug.
Sie brach das Interview ab und machte ihrem Ärger auf Twitter Luft. #CancelColbert gab das noch mehr Auftrieb. Was folgte, waren Androhungen von Mord und Vergewaltigung gegen Park, noch mehr Rassismus und ein veritabler Shitstorm. Ein lesenswerter Artikel zeigt einen möglichen Grund, warum die Reaktionen gegen Park so heftig waren: Die Medien seien laut werdende, mächtige Asiatinnen nicht gewohnt.
Gleichzeitig gab es Stimmen auch innerhalb der asiatischen Community, die die Aufregung um Colbert und den Tweet nicht verstanden: Das sei klar erkennbar Satire, Colberts Persona in der Sendung ist der "dumme Republikaner", er entlarve Rassismus, und Suey Park und ihre FollowerInnen verstünden keine Satire. Die etablierten Medien sekundierten (s. erste Zwischenüberschrift hier).
Alltagsrassismus tief verwurzelt
Nach einigen Nächten darüber schlafen sah ich bei der Causa Böhmermann und #cancelColbert Parallelen: Beide Formate verordnen sich als progressiv. So ist der Colbert Report bekannt dafür, Bigotterie zu entlarven. Jan Böhmermanns Sendung gilt als Speerspitze guten Fernsehens in der Nische. Außerdem bezeichnete er in seiner Sendung den Blackface-Auftritt eines österreichischen Moderators gegen Kim Kardashian auf dem Wiener Opernball als "rassistische Beleidigung", was in deutschsprachigen Medien Seltenheitswert hat.Beide wollen die Schwächen ihrer ausgewählten GegnerInnen bloßstellen: Colbert will zeigen, dass der Verein rassistisch ist, Böhmermann will die Konkurrenz vom Privatfernsehen als in die Jahre gekommen und unfähig diskreditieren. Dass TV Total obendrein rassistische Klischees von der angeblichen r-/l-Schwäche von ChinesInnen wiedergibt, bleibt jedoch unerwähnt und wird auf der NEO magazin-Webseite munter weitergetragen.
Ebenso gemeinsam haben sie, dass sie AsiatInnen als Mittel zum Zweck gebrauchen. AsiatInnen werden mit Vorliebe zur Pointe gemacht und tauchen auch nur zu diesem Zweck auf. Dass der asiatische Kollege beim NEO Magazin (hatte der überhaupt einen Namen?) auch super wäre als Sidekick, ähnlich wie Manuel Andrack bei Harald Schmid, fällt niemandem ein.
Das Problem sind nicht das NEO Magazin oder der Colbert Report an sich - das Problem ist der blinde Fleck, den progressives Fernsehen nach wie vor beim Thema "hausgemachter Alltagsrassismus" hat, weil er so tief verwurzelt ist, dass er als solcher nicht erkannt wird. Stattdessen wird sich herausgeredet und der Fehler bei der angeblichen Humorlosigkeit der Gegenseite gesucht.
Hier erklärt sich mein Unbehagen: Wenn schon die angeblich fortschrittlichen Menschen und Massenmedien unter rassistischem Denken leiden, möchte ich mir lieber nicht ausmalen, was die Konservativeren oder die Stammtische über MigrantInnen oder auch Homosexuelle denken. Unbehagen ist der falsche Ausdruck - es macht mir Angst.
Clickbait! Bananas: Rührende thailändische Werbespots
Was mich "right in the feels" trifft, sind thailändische Werbeclips. Ich bin mir nicht sicher, ob thailändische Werbung generell auf die Tränendrüse drückt oder ob nur die gefühligsten es auf YouTube schaffen. Wie dem auch sei - aus Europa sind mir keine Werbeclips bekannt, die so ins Herz treffen.
Zum Wochenende also eine kleine Auswahl. Bitte haltet Taschentücher bereit. Menschen mit hyperaktiven Tränendrüsen und Spiegelneuronen bitte ich, vom Gucken dieser Clips Abstand zu nehmen. Ernsthaft. *not a joke*
1. Giving Is the Best Communication
Dieser Clip macht Werbung für - Telekommunikation. Wer hätt's gedacht. *schnief*
2. Mother and Son
Ratet mal, von wem diese Werbung stammt. Ihr werdet überrascht sein, versprochen. Tipp: Das Produkt verleiht wohl nur in Deutschland Flügel. *heul*
3. Deaf Daddy
Versicherungen in Thailand werben anscheinend häufiger mit Melodramatik. Auch wenn ich weiß, dass es einfach Manipulation meiner Gefühle ist: Meine Augen laufen dennoch über. Stupid feels. *schluchz*
4. Deaf Girl
Das ist schon die zweite Werbung, die Menschen mit Hörbehinderung zeigt. Ich weiß leider nichts darüber, ob Hörbehinderungen in Thailand besonders häufig oder besonders stigmatisiert sind. Auch hier werdet ihr nicht darauf kommen, für welches Produkt hier geworben wird. *rotz*
5. My Beautiful Woman
Das
Ich hoffe, ihr habt euch wieder gefangen. Ich zumindest habe eine Weile gebraucht - noch nie habe ich bei einer Recherche so viele Tränen vergossen. Aber ich weine inzwischen auch im Kino und bei Serien und in Gesprächen und bei Büchern und...
Vielleicht finde ich noch heraus, wer überall bei mir zu Hause Zwiebeln versteckt.
"Dossier Asian Germany - Asiatische Diaspora in Deutschland" ab sofort online
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| © Kien Hoang Le. All Rights reserved. |
Ich möchte euch ausdrücklich auf das soeben veröffentlichte Dossier "Asian Germany" von der Heinrich-Böll-Stiftung hinweisen, das einen facettenreichen Blick auf asiatisches Leben in Deutschland wirft.
In besagtem Dossier finden sich Beiträge von Kien Hoang Le, Trang Thu Tran, Carmen Wienand, You Jae Lee, Kim Gŭn-ch’ŏl, Lee Mun-sam, Kim Ch'ang-sŏn, Alisa Anh Kotmair, Nya Luong, Indira Hong Giang Berghof, Bé Điểm Nguyễn-Xuân, Baly Nguyen, Dan Thy Nguyen, Kimiko Suda, Sun-ju Choi, Nguyen Phuong-Dan, Stefan Canham, Angelika Nguyen, Yoko Tawada, Linda Koiran, Hanna Hoa Anh Mai, Miriam Nandi, Smaran Dayal, Noa Ha uvm.
Das Dossier wurde von Kien Nghi Ha konzipiert, der auch für den offenen Brief an den Heimathafen Neukölln verantwortlich zeichnet, und entstand in Kooperation mit korientation e.V. und dem Kultur- und Gesellschaftsmagazi
Anders als die Medien immer suggerieren, sind AsiatInnen in Deutschland zu einem kleinen, aber vitalen Teil der Gesellschaft geworden. Asiatische Deutsche sind keineswegs Fremde oder das Andere. Ich zitiere weiter aus der Pressemitteilung:
Vor diesem Hintergrund stellt das vorliegende Dossier Asian Germany - Asiatische Diaspora in Deutschland Positionen und Perspektiven vor, welche die Norm der Fremdwahrnehmung mit ihren oftmals ausgrenzenden Grundannahmen in Frage stellen und diese mit den Innenansichten asiatisch-deutscher Eigensinnigkeit konfrontieren.
Das Dossier geht mittels literarischer Verdichtungen, Gesprächen und oral history-Narrationen und fotografischen wie analytischen Essays der Frage nach, wie postmigrantisches Leben aus asiatisch-deutschen Perspektiven reflektiert werden kann. Was passiert, wenn die Migration zu ihrem Ende kommt? Welche Identitäten, Identifikationen und Identitätspositionen entstehen dann?
Das Dossier besteht aus fünf Teilen:
- Community und kulturelle Identität
- Fokus: 50 Jahre koreanisch-deutsche Arbeitsmigrationsge
schichte - Kulturelle Selbstverortungen und Imaginationen
- Salon der Kurzgeschichten
- Transnationale Verbindungen und Hybridität
Ich finde das Dossier sehr gelungen - es zeigt in aller Deutlichkeit die Vernetzungen zwischen Asien und Deutschland in einer tatsächlich globalen Welt. Selbst ich entdecke weitere Wirklichkeiten von Asiatisch-Sein in diesem Land.
Das Dossier steht auch als PDF zum Download zur Verfügung.
Clickbait! Bananas: Die besten asiatischen YouTube-Channel Teil 2
Maangchi
Oh Kimchi, wie liebe ich dich. Deine Milchsäuerlichkeit, deine Schärfe, deinen unvergleichlichen Knoblauchduft. Sicherlich habe ich es schon mal erwähnt und muss es wieder tun: Korea hat das Einlegen von Gemüse zur Perfektion gebracht. Und hier ist eine Quelle, die Kunst des Kimchi und anderer koreanischer Gerichte zu erlernen.
Andrew Huang
Ein bisschen Musik für zwischendrin. Es gibt viele MusikerInnen auf Youtube, aber ihn hier fand ich einfach hochgradig ansprechend. Andrew Huang ist ein sehr talentierter Rapper/Instrumentalist/Sänger. Sehr empfehlenswert ist sein Rap ohne den Buchstaben E.
FungBrosComedy
Neu hinzugekommen. Auch diese beiden Brüder sind auf der Comedy-Schiene unterwegs und beschäftigen sich viel mit dem asiatisch-amerikanischen Lifestyle, mit Klischees und, ja, auch mit Rassismus. Ich lache dabei, auch wenn ich heulen könnte, sobald ich darüber nachdenke. Mein Lieblingsprogramm: Level: Asian.
Totally Biased
Mir ist bewusst, dass das kein asiatischer Youtube-Channel ist, aber
Wong Fu Productions
Eine Produktionsfirma, die auf Youtube ihre Anfänge hat. Sie machen, ich kann es nicht anders sagen, häufig Rom-Com im Internet-Format: Viele ihrer Webserien handeln von der Liebe. Die drei Jungs wollen demnächst einen Spielfilm drehen und haben dazu eine Crowdfunding-Kampagne gestartet - ich bin mir ziemlich sicher, dass die Finanzierung erfolgreich sein wird. Auf das Ergebnis bin ich schon jetzt gespannt.
DavidSoComedy
Meine Quelle für Peniswitzeleien (ich wusste nicht, dass ich so was brauche) und erst seit Anfang des Jahres in meinen Abonnements auf Youtube. Eines seiner besten Videos ist "Don't touch my fro" - Menschen mit krausen Haaren werden die Problematik sehr gut nachvollziehen können.
Michelle Phan
Keine Liste asiatischer Youtube-Channel wäre vollständig ohne Michelle Phan. Sie ist, wie man so schön sagt, eine der ganz großen Make-Up-Gurus - nicht nur hat sie 5,7 Millionen AbonnentInnen, sondern sie hat durch ihren Status eine eigene Kosmetiklinie herausgebracht. Ich sage nur: Oh my glob.
LeendaDeeProductions
Manchmal glaube ich, dass AsiatInnen ein Abonnement auf "Awkward" haben - viele Videos handeln von lustigen Situationen, in denen sich irgendjemand seltsam verhalten hat. Soziale Interaktionen bieten so viel Stoff - es gibt einfach unendlich viele Möglichkeiten, wie man sich daneben benehmen kann. Und das grüne Öl habe ich auch zuhause stehen. Wer von meinen vietnamesischstämmigen LeserInnen noch? ;)
Danke für eure Aufmerksamkeit - und fröhliches Gucken :)
Lesen im Bananenhain - neue Serie.
Ich habe mich dazu entschlossen, einige Bücher hier auf dem Blog vorzustellen. Da Danger! Bananas eher "asian-themed" ist, konzentriere ich mich auf Bücher aus dem asiatischen Raum und auf Bücher mit asiatischstämmigen AutorInnen.
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| Tee und Bücher gehen gut zusammen. Aber etwas fehlt... |
Natürlich gibt es zahlreiche Buchrezensionsblogs. Doch mich treibt die Frage um: Welche Romane aus Asien schaffen den Sprung nach Deutschland? Was für ein Bild wird von asiatischen Ländern und asiatischen Menschen gezeichnet? Welchen Eindruck erhält man? Oder unterscheidet sich das überhaupt nicht?
Bevor jemand auch nur irgendein ausländisches Werk in Händen hält, ist es vorher bereits durch einen mehr oder weniger strengen Auswahlprozess gegangen. Nicht nur LektorInnen im Herkunftsland, Verlage und die AutorInnen selbst haben die Bücher durchgesiebt. In den Zielländern gibt es LiteraturagentInnen, ÜbersetzerInnen, Verlage, die dasselbe noch einmal machen. Die Frage ist immer: Funktioniert dieses Buch auch auf dem deutschen Markt? Ist es so gut, dass es auch hier gelesen werden sollte?
Ich stelle mir beim Lesen die Fragen: Soll mit dieser Auswahl von Romanen ein bestimmtes, vielleicht gar ein stereotypisches, Bild bestätigt oder verstärkt werden? Und, nicht zuletzt: Ist das Buch lesenswert? Kann ich es guten Gewissens empfehlen?
Lesen im Bananenhain?
Warum der Titel "Lesen im Bananenhain"? Der Lesen-Teil erklärt sich von selbst. Hain ist für mich ein typisches Literatur- oder Lyrikwort, das gerne in schwärmerischen Naturoden von Klopstock oder romantischen Landschaftsimpressionen von Eichendorff auftaucht, aber nie in Gesprächen oder modernen Texten. Es ist einfach zu literarisch-hochtrabend. Der Bananenhain wiederum ist die an mich angepasste Version des schönen deutschen Hains ;)![]() |
| Viel besser. |
Los geht es demnächst. Ich werde versuchen, in einem zweiwöchentlichen Rhythmus Bücher vorzustellen. Wäre schön, wenn ihr dabei wärt!
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