2014/11/01

NaNoWriMo - ich bin dabei.


Ich habe es vor Ewigkeiten angedeutet, dass ich einen Roman schreiben möchte. Jetzt wird es wirklich Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen und das Projekt ernsthaft anzugehen. Warum also nicht an NaNoWriMo dranhängen?

Wer es noch nicht kennt: NaNoWriMo steht für "National Novel Writing Month", kommt aus dem angelsächsischen Raum und soll NachwuchsautorInnen helfen, endlich mal zu Potte zu kommen und ihren Roman zu schreiben bzw. zu vollenden. Ziel ist es, bis Ende November 50.000 Wörter auf Papier zu bringen. Es gibt regionale Treffen, wo man sich austauschen und gegenseitig pushen kann, um wirklich bis zum Schluss durchzuhalten.

Da ich gerade anscheinend nichts besseres zu tun habe und dieser Roman wirklich beendet werden möchte, habe ich mich auf der Webseite von NaNoWriMo angemeldet. Diese ganzen Ausreden, von wegen: "Ich bin gerade kreativ ausgelaugt", "ich bin müde", "ich müsste eigentlich unbedingt die Küche aufräumen", sollen für den November einfach mal nicht gelten. Stattdessen: Volle Konzentration auf das Schreiben.

Auf Nachfrage über Twitter zeigte sich, dass einige durchaus Interesse hätten, Auszüge zu lesen. Also springe ich über meinen eigenen Schatten und veröffentliche hier das erste Kapitel. Ich habe es noch einmal leicht überarbeitet und es ist allenfalls der zweite Entwurf. Aber sei's drum. Butter bei die Fische.

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Es gibt eine Szene, die meine Jahre als Teenager in der Provinz zusammenfasst. Exemplarisch, wie ein griffiger Werbespruch, oder, wenn es gebildeter klingen soll, wie eine Sentenz von einem/r SchriftstellerIn (gewöhnt euch an die Binnengroßschreibung, ich bin Feministin).
Frühmorgens oder am Nachmittag, während der Schulzeit oder am Wochenende.

„Hey Tui! Tui, hey! Warte - “

Ich tat so, als hätte ich die Rufe nicht gehört. Ich wollte es nicht hören. Stattdessen drehte ich die Musik an meinem Smartphone lauter, schob meine Hörer noch tiefer in die Ohrmuschel und stapfte weiter. Bloß weg.

Ich, das ist eine Person namens Thuy: Meine Hände in den Taschen vergraben, die langen Haare ungeordnet, ungekämmt, wie ein schwerer Vorhang hingen sie herunter. An den Füßen trug ich schwere Stiefel, DocMartens, ich hatte ein Faible für die Neunziger. Klein und dürr wie ich war, sahen diese Stiefel übergroß an mir aus. Sie waren aber auch ein bisschen zu groß, damit ich die Schuhe auch im Winter mit dicken Socken tragen konnte. Diese Stiefel fühlten sich verdammt schwer an, trittsicher. Vor allem hielten sie mich dadurch am Boden.

Tui – damit meinten sie mich. Thuy – das sollte ich tatsächlich sein. „Das klingt nach Urlaub!“ sagten sie immer. Sie, das sind alle anderen. NachbarInnen, Bekannte, SchulkameradInnen. Das sollte nett sein. Nichts gegen Pauschalreisen, ab in den Flieger, Sonnenschein. Aber ich hasste Tui.

Auf Vietnamesisch gibt es ein Wort, das so ähnlich klingt wie "tui", und das heißt „übel riechen“ oder „stinken“. Leider hatten sich meine Eltern damals bei meiner Geburt keine Gedanken gemacht, wie Leute außerhalb wohl mit meinem Namen zurecht kommen würden. Sie suchten einen Namen aus, so wie es meine Großeltern bei ihnen auch getan hatten. Mit dem Unterschied, dass zwischen der Namenswahl durch meine Großeltern und der meiner Eltern ein Umzug in ein anderes Land lag.

Dabei lässt sich die Aussprache leicht erklären, wenn man Französisch oder Englisch kann. Das „uy“ (ein Doppellaut, auch Diphthong genannt) klingt wie das „ui“ in „je suis“. Blöd nur, dass die wenigsten Französisch können. „Thuy“ klingt auch wie die Mitte von „between“. Die Mitte von „dazwischen“. Je suis between.

Thuy ist ein Standardname, so wie Laura, Lea oder Maria. Nur nicht dort, wo ich geboren wurde und aufwuchs. Und weil das so war, wurde aus mir, Thuy, eine Tui. Meine Mutter sagte mal, dass der Name so viel wie "freundlich, sanft" bedeute.  Ich dachte nie daran, dass sich meine Person dadurch in zwei Hälften spaltete: in meiner Familie lebte eine Thuy und überall sonst Tui. Ich versuchte mir das Ganz schönzureden - so gesehen hatte ich einen richtigen Namen und einen Decknamen. Wobei ich mir selber einen cooleren Decknamen für außerhalb gegeben hätte. So was wie Katharina oder Frida oder Sibylle. Bruce Wayne hatte „Batman“, Clark Kent hatte „Superman“. Ich hatte „Pauschalurlaub“.

In meinem letzten Schuljahr unternahm ich den Versuch, meine KlassenkameradInnen  an „Thuy“ zu gewöhnen. Es war eine Kampagne meinerseits für mehr Authentizität, eine der Flausen in meinem jugendlichen Kopf. Ehrlich zu sich selbst sein bedeutete eben auch: Ehrlich zu den anderen sein. Und ich war ehrlich genervt davon, diesen blöden Pauschalurlaubnamen zu haben. Also erklärte ich in einer Klassenbesprechung für alle, wie mein Name funktionierte.

Die Aktion war nicht erfolgreich. 

Isabella, meine nächstbeste Freundin (dazu komme ich noch), gab sich große Mühe. Ihre Aussprache war in Ordnung. Alle anderen bestanden darauf, meinen Namen weiterhin „Tui“ auszusprechen. Weil das leichter sei, und "Das haben wir doch immer so gemacht." Wenn sie mich nicht ohnehin „Ufo“ nannten, weil es „auch drei Buchstaben hätte“.

Danach wurde es wesentlich leichter, meine Freundes- und Kontaktlisten auszumisten.


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PS: Einen Titel hat das Ganze noch nicht, aber einen Arbeitstitel: "Reisbällchen".

PPS: Ich vertraue euch LeserInnen immens, denn das ist das erste Mal, dass ich etwas fiktionales hier veröffentliche. Als AutorIn kommt man wohl nicht umhin, irgendwo über sich selbst zu schreiben, but here's the thing: Ich hätte gerne einen Jugendroman gelesen, in dem es um Konflikte geht, die ich von Haus aus kenne. Und wenn mans nicht selber macht...

2014/10/09

Stellungnahme des Hofbräuhaus

Ein Update zur Angelegenheit mit dem Hofbräuhaus. Die Antwort kam schon vor einiger Zeit (15. September 2014) bei mir an, nur hatte ich noch keine Zeit gehabt, dies zu verbloggen.
Erst nachdem die Süddeutsche (und später der britische Telegraph) über das Video aus dem Hofbräuhaus berichtet hatte, bewegte sich etwas und ich erhielt überhaupt eine Stellungnahme von der Pressestelle. Es war keine persönliche, sondern eine Massen-E-Mail, die vermutlich an alle Anfragen versendet wurde. Nicht einmal das "FW:" im Betreff wurde entfernt - aber an Enttäuschungen gewöhnt man sich ja.

Ich möchte nicht vorenthalten, was Frau Barthelmeß von der Hofbräuhaus-Pressestelle geschrieben hat, deshalb zitiere ich die gesamte Mail. Anmerkungen von meiner Seite sind fett gedruckt. 
Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihre Aufklärungsarbeit. Danke, dass Sie uns auf das heimlich gefilmte Video aufmerksam gemacht haben.

Das Hofbräuhaus hat jeden Tag geöffnet und wird täglich von Münchnern und der ganzen Welt besucht. Wir sind froh um jeden Gast. Besonders schön ist es, wenn sich die Kulturen an den 150 Stammtischen verbinden. Viele der 3.500 registrierten Stammgäste geben die bayerischen Traditionen und Werte weiter, da kann es schon sein, dass ein Asiate, Amerikaner, Europäer, etc. einen Schnupftabak probieren darf. Neben bayerischen Kollegen haben wir auch Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern, wie auch aus Asien beschäftigt. Für jeden Gast, der Fragen, oder Anregungen hat stehen stets unsere Serviceleiter bereit.

Hier wird das Bild der idyllischen bayerischen Gemütlichkeit gepaart mit Multi-Kulti gezeichnet, wo alle willkommen sind. Sie haben auch asiatischstämmige Mitarbeiter (sic!) im Team. Das klingt nach der alten Argumentationsweise: "Wir können keine RassistInnen sein, wir beschäftigen schließlich auch nicht-weiße Menschen!" Damit erfüllen sie gerade einmal die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht-diskriminierender Verhaltensweisen. Für mich ist das die Stufe 1 menschlichen Anstands, einen Keks gibt es dafür nicht. Weiter im Text.

Die Schwemme ist übrigens reservierungsfrei. Jeder soll die Möglichkeit haben, dort einen Platz zu ergattern, eben auch nach dem bayerischem Wirtshausprinzip, jeder sitzt neben jedem. Die Stammtische jedoch haben das Privileg, dass ihr Tisch für ihr Treffen reserviert wird.
Stammtische haben ein Reservierungsprivileg, was ja in Ordnung ist. Aber ich sehe im Video nicht, dass es sich bei den am Tisch sitzenden Gästen um StammtischlerInnen handelt. Auch der Kameramensch scheint kein/e StammtischlerIn zu sein. Was will dieser Absatz also sagen?
Der Ton auf dem Video ist leider nicht verständlich und der darauf abgebildete Kellner ist seit mehr als zwei Monaten nicht mehr im Hofbräuhaus beschäftigt. Wir werden trotzdem  versuchen, den Sachverhalt aufzuklären und haben um eine Stellungnahme gebeten. Außerdem klären wir noch die Persönlichkeitsrechte des Videos und würden uns freuen, wenn sich die Urheber des Videos auch bei uns melden würden.

Gottes Wort in deren Ohr. Ich bezweifle, dass sie wirklich nachforschen werden. Zudem klingt der Satz mit den Persönlichkeitsrechten eher danach, dass sie versuchen werden, das Video von Youtube nehmen zu lassen - schließlich hat niemand sein Einverständnis gegeben, gefilmt zu werden. Durch das Vorschützen Hochhalten dieser Rechte kann man auch unliebsamen Inhalt aus dem Netz entfernen lassen. Wäre ja schrecklich, wenn man auf Google "Hofbräuhaus Rassismus" in den vorgeschlagenen Suchbegriffen finden würde. 
Außerdem klingt das alles so, als ob sie den Kellner als Einzeltäter hinstellen möchten. Hat er so viel Weisungsbefugnis, dass er Gästen, die sich völlig normal benehmen, des Tisches verweisen kann? Vor allem, wenn es in der Schwemme keine reservierten Tische gibt?

Wenn sich ein Gast nicht richtig behandelt fühlt, möchten wir uns dafür aufrichtig entschuldigen. Wir kümmern uns täglich um eine Weiterentwicklung unserer Dienstleistung.
Liebe Grüße aus dem Hofbräuhaus!

Sabine Elisabeth Barthelmeß
Pressesprecherin

Im Auftrag für das Hofbräuhaus

Das war sie, die Stellungnahme. Halt, nicht ganz. Ganz unten kommt noch folgender Hinweis:


Ich engagiere mich für notleidende Menschen in Asien: www.nias-ev.de
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In diesem Zusammenhang ist das ganz schön anbiedernd. Dass ich die Antwort nicht besonders zufriedenstellend finde, wird man sich denken können. Viele Fragen bleiben unbeantwortet und ich befürchte, das wird auch so bleiben.

2014/09/27

Sind Asiatinnen für Deutsche/EuropäerInnen unattraktiv?

Es gibt die Möglichkeit, mir Mails zu schreiben. Das haben letztens zwei LeserInnen getan - einmal, um mich auf Rassismus im Münchner Hofbräuhaus hinzuweisen und einmal, um mich zur Liebe zu befragen.

Leserin V. schickte mir folgende Zeilen:
"[...]Ich habe nur eine Frage an dich und zwar geht es um das leidige Thema "Liebe". Findest du auch, dass wir Asiatinnen schlechtere Karten haben, einen deutschen/europäischen Partner zu finden?
Zumindest habe ich das Gefühl, dass die meisten deutschen Männer weniger bzw. gar nicht auf Asiatinnen stehen."
Das ist ein erstes Mal, dass ich so um Rat gefragt werde, denn jede/r, der/die mich kennt, weiß, dass ich mit Menschen meine liebe Mühe habe. Ich erinnere mich an ein Date mit einem Typen. Wir standen vor dem Haus, in dem er wohnte. Er merkte an: "Da oben ist meine Wohnung." Ich sagte so etwas wie "Aha" - und ging weiter. Erst Jahre später fiel mir auf, dass er möglicherweise eventuell mit mir ins Bett gehen wollte. So viel also zu meiner Kompetenz in Liebesdingen.

Um zu der Frage zurückzukehren: Interessant ist, wie sie gestellt wurde. "Findest du auch...?" Die Leserin geht davon aus, dass ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe. Das würde ich verneinen. Aber von vorne.

Der Startnachteil

Ich denke, dass AsiatInnen, so wie alle Menschen, die etwas "anders" erscheinen, einen gewissen Startnachteil haben. Asiatische Gesichter sind anders geschnitten und einige Deutsche/Europäer müssen sich immer noch daran gewöhnen, manche empfinden da vielleicht eine gewisse Scheu oder Voreingenommenheit, je nach dem, wie vielfältig die sozialen Kontakte sind, die diese Menschen pflegen. GroßstädterInnen sind anderen Einflüssen ausgesetzt als DorfbewohnerInnen auf dem platten Land. Das macht einen merklichen Unterschied - während ich hier in München eher das Gefühl habe, in der Masse untertauchen zu können, erscheint mir das in meiner Heimat-Kleinstadt unmöglich. Und nach wie vor gibt es RassistInnen, die offen sagen: "Ich steh nicht auf AsiatInnen/TürkInnen/Schwarze". Auf deren Meinung sei geschissen, ebenso auf diejenigen, die "total auf [ethnische Herkunft]" stehen.

Abgesehen von diesem Anfangsnachteil finde ich jedoch nicht, dass asiatische Menschen für Weiße generell unattraktiver sind - ich selbst hatte zum Beispiel bisher nur deutsche/europäische Partner. Und nach drei Tagen auf Tinder (einer neuen Dating-App, bei der man nur anhand Bild, Namen und Kurzbeschreibung sich für oder gegen jemanden entscheidet) stelle ich nicht fest, dass ich zu wenige Matches bekomme. Im Chat spielt mein Hintergrund allenfalls in der Herkunftsfrage eine Rolle - nervig, aber nichts, wo ich ausflippen würde. Die Krux bei all dem ist: Ich kann nur für mich sprechen, abgesehen von meinem asiatischen Äußeren bin ich völlig in der Norm. Ich bin nicht dick, habe keine körperlichen Behinderungen oder andere besondere Merkmale wie ausgeflippte Frisur oder eine Million Tattoos. Wie andere asiatischstämmige Frauen und Männer hinsichtlich ihrer Attraktivität bewertet werden - dieses Urteil wage ich nicht zu fällen.

Generell kann ich folgendes sagen: Attraktivität hängt zwar auch, aber nicht ausschließlich von der Optik ab. Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein machen attraktiv(er). Und ob man auf einer Wellenlänge liegt und die Chemie stimmt. Schließlich können wir auch nicht mit jedem Menschen eng befreundet sein - es kommt sozusagen auf die "Kompatibilität" an. Und da sind Sachen wie Klassenzugehörigkeit, kultureller Bezugsrahmen (hast du als Kind dieselben Zeichentrickfilme gesehen und Süßigkeiten gegessen wie ich") und Bildung ziemlich wichtig.
 

Asian Empowerment

Die Frage ist aber noch nicht komplett beantwortet. Deshalb will ich eine Gegenfrage stellen:  

Hast du selber ein Problem mit deinem Asiatisch-Sein? Fühlst du dich unwohl in deiner eigenen Haut? Ist dir das asiatische an dir peinlich?

Zumindest ich hatte lange Zeit ein Problem damit (vermutlich auch der Grund, warum ich anfing hier zu bloggen). Wenn ich Ablehnung oder negative Reaktionen erfuhr, bezog ich das sehr häufig auf mein Asiatisch-Sein. Dass ich manchmal mich einfach blöd verhielt, irgendwie ungeschickt war oder einfach nur taktlos, fiel mir erst sehr viel später auf.

Falls du so empfindest, wirst du deine eigenen Unsicherheiten in diesem Bereich möglicherweise auf andere projizieren. Unsere deutsche Umgebung ist ziemlich gut darin, uns Asiatische Deutsche zu ignorieren - viele wissen nicht einmal, dass es uns gibt. Dann fühlt sich die Ignoranz der Bio-Deutschen schnell wie offene Ablehnung an. Plötzlich scheint es, als würden andere dein Anders-Aussehen/Anderssein ablehnen, obwohl es vielleicht nur deine verinnerlichten Horrorszenarien sind, die sich da entfalten. Ich will hier Alltagsrassismus auf keinen Fall kleinreden, aber die Umgebung ist manchmal weniger feindlich gesinnt als wir denken. Gedankenlos - ja, auf jeden Fall. Aber die wenigsten sind bösartig.  

Leider bin ich keine Psychologin, um wirklich handfeste Tipps oder gar eine Anleitung fürs Daten zu geben. Nur so viel: Man muss lernen, sich von der (vermeintlichen) Meinung anderer freizumachen. Das ist für Minderheiten wie uns eventuell schwieriger, weil wir nicht nur mit Vorstellungen ringen, was "Deutsch" sein bedeutet, sondern auch was an uns denn "asiatisch/tamil/chinesisch/vietnamesisch/etc." ist - und was letztendlich unsere ganz individuelle Persönlichkeit ausmacht, als Schnittmenge aus unserem Ich, der Familie, Herkunft, Wohnort, sozialen Kontakten. Die Quintessenz klingt banal: Sei du selbst und respektiere dich mit allen deinen Facetten. Dieses ganze Gerede von Selbstfürsorge und Selbstliebe, ehe man zur romantischen Liebe voranschreiten kann: Es stimmt. Es ist zum einen leichter, andere Menschen kennenzulernen, wenn man sich einigermaßen in sich selbst gefestigt fühlt und eine Beziehung (oder eine Affäre) ein nettes Plus sind, aber nicht das eigene Glück definieren. Zum anderen, und das ist viel wichtiger, fühlt man sich einfach in sich selbst wohler. Man ist sich sein eigenes Zuhause. Ob man dann noch jemanden dazu einlädt, kann man dann immer noch entscheiden.

Übrigens habe ich mal meinen Ex-Freund gefragt, warum er mich damals in der Bar eigentlich angesprochen hat und ob mein Asiatisch-Sein eine Rolle gespielt hätte. Er antwortete darauf lapidar: "Ich fand dich einfach süß."