"Wir sind Wandernde" - Interview mit dem vietnamesischen Start-Up triip.me


Auch wenn das Wetter derzeit völlig in Ordnung ist (Winter, geh weg und bleib weg!) - ein bisschen Fernweh ist immer erlaubt. Asien steht bei vielen Reisenden nach wie vor hoch im Kurs. Aber was tun, wenn man gerne abseits der üblichen Touri-Aktivitäten ein Land erleben möchte? Hier kommt triip.me ins Spiel. Das in Ho Chi Minh City ansässige Start-Up bietet eine Plattform für ganz besondere Reiseerlebnisse an: Einheimische verhelfen Reisenden aus aller Welt zu einmaligen Erfahrungen. Ich habe mit Hai Ho, einem der MacherInnen hinter triip.me gesprochen. 


Danger! Bananas: Könntest du den Service beschreiben? Was ist eure Geschäftsphilosophie?
Hai Ho: triip ist eine Reiseplattform, die es Reisenden leichter macht, etwas von dem lokalen Flair zu erleben. Über die Plattform können sie sich mit Einheimischen verbinden, die private Touren anbieten. Das heißt, dass jede/r wirklich lokal reisen kann und alle, die eine Touridee haben, sie auf triip.me anbieten können. Unser Geschäftsmodell basiert auf dem Prinzip der Shareconomy, so wie AirBnb und Uber. Wir denken, dass die besten Reiseerlebnisse von Einheimischen und nicht von Reisebüros gemacht werden.

D! B: Wie kamt ihr auf die Idee für Triip? Seit wann gibt es euch?
HH: Die Idee für triip entstand vor etwa sieben Jahren, als meine Frau eine Initiative für vietnamesische Studierende organisierte, die Englisch lernten und kostenlose Führungen durch Ho Chi Minh City abhielten. Sie hatten so die Möglichkeiten, mit AusländerInnen zu interagieren.
Das fand immer größeren Anklang und gab schließlich den Startschuss für Triip. Unsere erste Version von Triip wurde im Februar 2013 gelauncht. Derzeit hat Triip 2.600 registrierte NutzerInnen und 300 qualifizierte Touren in 28 Städten in Südostasien und darüber hinaus.



D! B: Gibt es eine Art Qualitätscheck für die angebotenen Trips? Wie stellt ihr sicher, dass die Führungen ein tolles Erlebnis für Reisende darstellen?
HH: Triip unterscheidet sich vor allem dadurch, dass wir sehr viel Arbeit in die Prüfung der Tour-Guides stecken. Wir sind ziemlich streng, was die Qualität unserer Touren angeht. Es muss eine Geschichte dahinter stecken: Man sollte deshalb von Punkt A nach Punkt B reisen und Sachen unternehmen, weil es dort so viele noch nicht erzählte Geschichten zu entdecken gibt. Wir motivieren unsere Triip-AnbieterInnen, Geschichten zu erzählen und nicht nur die Leute herumzuführen.
Triip hält Skype Interviews mit neuen Tour-Guides ab und zahlt das Geld, das die Reisenden für die Tour vorab bezahlt haben, drei Tage nach der beendeten Tour aus. Gibt es keine Beschwerden, geht das Geld direkt an den Tour-Guide.

D! B: Was für Leute bieten Reiseerlebnisse auf Triip.me an?
HH: Triip-AnbieterInnen kommen aus allen Ecken. Sie haben alle die Liebe zu ihrer eigenen Stadt gemeinsam. Wir haben Studierende, RentnerInnen, KünstlerInnen, AktivistInnen… Derzeit wachsen wir stark in Vietnam, Indonesien, den Philippinen und Malaysia.

D! B: Wer bucht die Triips? Woher kommen die meisten KundInnen?
HH: Die meisten unserer Kunden sind Gäste in 5-Sterne-Hotels. Sie kommen hauptsächlich aus Deutschland, Singapur, China und Südostasien.

D! B: Könnt ihr sagen, wie viele Triips monatlich im Schnitt gebucht werden? Welche Ausflüge werden am häufigsten gebucht?
HH: Wir haben gerade erst mit unserer Seite angefangen ohne jegliches Marketingbudget. Unsere Hauptquelle für KundInnen ist Mundpropaganda. Wir haben derzeit drei bis vier Buchungen in der Woche. Am beliebtesten sind die Triips „Saigon By Night“ und der Kochkurs. Derzeit bietet ihr Ausflüge in Vietnam, Singapur, Thailand, Indonesien, Myanmar, Malaysia, den Philippinen und Kambodscha an.


D! B: Habt ihr demnächst Pläne, eure Services auf andere asiatische und nicht-asiatische Länder auszudehnen?
HH: Wir wachsen momentan in Japan, Hong Kong, Macau und Australien. 2014 konzentrieren wir uns vor allem auf Asien.

D! B: Warum findest du persönlich es wichtig, zu reisen?
HH: Wir sind von Anfang an geborene Wandernde und EntdeckerInnen. Es ist unser Instinkt zu reisen.

D! B: Ich selbst bin in Deutschland geboren, habe aber vietnamesische Wurzeln. Welche Aktivität würdest du mir empfehlen?
HH: Du könntest ein Gastfamilien-Erlebnis am Mekong-Delta buchen. Und dann einen der Kultur-Triips.

D! B: Hast du einen persönlichen Lieblingstriip?
HH: Mein persönlicher Lieblingstriip ist dieser hier, ein Ausflug in die Tu Lan-Höhlen: So you think you could trek



Danke für das Interview! 



Disclaimer: Dieses Interview wurde weder gesponsert noch sonst monetär in die Wege geleitet. Ich bin über die Plattform gestolpert und mochte das Konzept. // Alle Bilder: triip.me

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