Erwischt!
Ich klicke.
...
Der CEO ist schwarz.*
...
Was nun folgt ist ein innerer Dialog.
"Aha! Naekubi, hast du etwa einen kurzen Moment gezögert??"
"Ich, äh..."
"...Ha! Heuchlerin, hab ich dich erwischt! Du warst überrascht, dass ein Schwarzer einen Milliardenkonzern leitet, stimmts?"
"Was soll ich, äh, ..."
"Ich wusste es! Vorne rum immer gegen Rassismus kämpfen und hinten rum glauben, ein Schwarzer könnte kein CEO werden! Schäm dich!"
"..."
Was ich damit sagen will:
Es ist manchmal verdammt schwer, alteingesessene Denkkonzepte hinter sich zu lassen. Selbst für mich, als eine von Rassismus (und Sexismus, let's not forget that) Betroffene. Diese Millisekunde, in der ich über einen schwarzen CEO überrascht war, ist mir vor mir selbst immer noch peinlich.
Wart ihr schon mal von euch selbst enttäuscht?
*Die Frau war übrigens auch Afro-Amerikanerin, aber irgendwie schien mir das nicht aufzufallen. Die PR-Branche ist etwas durchmischter. Übrigens hat sie später noch eine Rachedoku über diese Beziehung gedreht.