Eigentlich...
wollte ich einen kleinen Blog-Eintrag mit statistischen Angaben zu "Asiaten in Deutschland" machen.
Wie gesagt, eigentlich.
Es stellt sich heraus, dass das sauschwierig ist. Anders als in den USA: Gänzlich unbefangen kann man auf Wikipedia lesen, dass 4,4 % der Gesamtbevölkerung Asiaten sind bzw. der asiatischen Rasse angehören (2008).
Das geht in Deutschland nicht, man kann nicht in aller Unschuld von Rasse sprechen. Allerhöchstens "ethnische Minderheit" ist als Begriff in Ordnung, doch darunter versteht man in Deutschland hauptsächlich die Bevölkerungsteile, die zwar nicht deutsch sind, wohl aber seit Generationen in Deutschland leben. Dazu gehören Sinti und Roma, die Sorben oder die Dänen.
Deshalb gibt es den wunderschönen sperrigen Begriff der "Menschen mit Migrationshintergrund". Und das sind laut statistischem Bundesamt
Schwierig? Es kommt noch besser. Die Berechnungen beziehen sich auf das Gebiet der heutigen Bundesrepublik. Das heißt auch das Gebiet, was eine gewisse Zeit die DDR war, wird dazugezählt.
Sehr schwierig? Dann passt mal auf: Zu den Leuten mit Migrationshintergrund gehören erst einmal natürlich diejenigen, die ihrem Pass nach anderer Nationalität sind. Die sind zugleich auch "Ausländer".
Meine Norwegisch-Lehrerin an der Uni etwa hatte ihren norwegischen Pass behalten, lebt aber seit über dreißig Jahren in Deutschland. Sie ist also "echte Ausländerin" und hat damit natürlich auch einen Migrationshintergrund. Ich bin dem Pass nach deutsch, habe aber Eltern, die einmal Ausländer waren. Also habe ich auch einen Migrationshintergrund.
Extrem schwierig? Es geht noch weiter. In den Ergebnissen des Mikrozensus 2009 vom statistischen Bundesamt unterscheidet man noch zwischen Migrationshintergrund im engeren und im weiteren Sinne. Zu ersteren gehören die "echten Ausländer" und Menschen, die irgendwann eingebürgert wurden. Zu letzteren gehören, hm...
*such*
*verzweifeltsuch*
Und hier warf ich das Handtuch... Ich weiß einfach nicht, wieviele Menschen asiatischer Abstammung in Deutschland leben und es gibt keinen praktikablen Weg (im Moment), das unkompliziert herauszufinden.
Falls jemand ausgiebig suchen will und sich durch Tabellen pflügen möchte, bitteschön. Aktenfresser vor!
Ich glaube, ich brauche erst einmal eine Aspirin.
Wie gesagt, eigentlich.
Es stellt sich heraus, dass das sauschwierig ist. Anders als in den USA: Gänzlich unbefangen kann man auf Wikipedia lesen, dass 4,4 % der Gesamtbevölkerung Asiaten sind bzw. der asiatischen Rasse angehören (2008).
Das geht in Deutschland nicht, man kann nicht in aller Unschuld von Rasse sprechen. Allerhöchstens "ethnische Minderheit" ist als Begriff in Ordnung, doch darunter versteht man in Deutschland hauptsächlich die Bevölkerungsteile, die zwar nicht deutsch sind, wohl aber seit Generationen in Deutschland leben. Dazu gehören Sinti und Roma, die Sorben oder die Dänen.
Deshalb gibt es den wunderschönen sperrigen Begriff der "Menschen mit Migrationshintergrund". Und das sind laut statistischem Bundesamt
„alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche GeborenenDas bedeutet also, dass der Herr Kowalski, dessen Vorfahren zur Zeit der Industrialisierung in deutsche Kaiserreich zum Arbeiten kamen, keinen Migrationshintergrund hat. Die Frau Kowalski (eigtl. Kowalska), die nach 1990 nach Westeuropa zum Arbeiten kam, dagegen schon.
mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“
Schwierig? Es kommt noch besser. Die Berechnungen beziehen sich auf das Gebiet der heutigen Bundesrepublik. Das heißt auch das Gebiet, was eine gewisse Zeit die DDR war, wird dazugezählt.
Sehr schwierig? Dann passt mal auf: Zu den Leuten mit Migrationshintergrund gehören erst einmal natürlich diejenigen, die ihrem Pass nach anderer Nationalität sind. Die sind zugleich auch "Ausländer".
Meine Norwegisch-Lehrerin an der Uni etwa hatte ihren norwegischen Pass behalten, lebt aber seit über dreißig Jahren in Deutschland. Sie ist also "echte Ausländerin" und hat damit natürlich auch einen Migrationshintergrund. Ich bin dem Pass nach deutsch, habe aber Eltern, die einmal Ausländer waren. Also habe ich auch einen Migrationshintergrund.
Extrem schwierig? Es geht noch weiter. In den Ergebnissen des Mikrozensus 2009 vom statistischen Bundesamt unterscheidet man noch zwischen Migrationshintergrund im engeren und im weiteren Sinne. Zu ersteren gehören die "echten Ausländer" und Menschen, die irgendwann eingebürgert wurden. Zu letzteren gehören, hm...
*such*
*verzweifeltsuch*
Und hier warf ich das Handtuch... Ich weiß einfach nicht, wieviele Menschen asiatischer Abstammung in Deutschland leben und es gibt keinen praktikablen Weg (im Moment), das unkompliziert herauszufinden.
Falls jemand ausgiebig suchen will und sich durch Tabellen pflügen möchte, bitteschön. Aktenfresser vor!
Ich glaube, ich brauche erst einmal eine Aspirin.