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Über Obama, das N-Wort und Afro-Klischees. Ein Gespräch.
So ging es mir auch mit - nennen wir ihn nutella (auf eigenen Wunsch). Wir kannten uns aus dem Ministrantendienst, er war etliche Jahre jünger als ich. Der Kontakt war daher freundlich, aber nicht eng. Man kannte sich.
Irgendwann verloren wir uns gänzlich aus den Augen. Ich verließ meine Heimatstadt, ging studieren, ging ins Ausland, kam nach München. Aber wir haben uns irgendwann wieder entdeckt - über Facebook. Wir entdeckten uns in Freundeslisten. Bald wurden wir direkte Facebook-Freunde.
Irgendwann entdeckte nutella auch meinen Blog, den ich auf meinem Profil verlinkt hatte. Laut seiner eigenen Aussage hat er ihn von vorne bis hinten ganz gelesen (danke hierfür!). Wir fingen an, uns über ernsthafte Themen auszutauschen, über ähnliche Erfahrungen, über Klischees und Rassismus. Denn er ist das, was manche Leute als "Afro-Deutsch" bezeichnen. So sprachen wir letztens per Skype - über Rassismus, das N-Wort und Afro-Klischees.
naekubi: Ich habe erst gerade eben gemerkt, dass heute ja ein besonderer Tag ist - nämlich die Amtseinführung von Obama. Hat das für dich persönlich eigtentlich eine Bedeutung?
nutella: Nein, ich hatte eben eine Diskussion mit einem Amerikaner über Kultur geführt und dabei gemerkt, wie wenig amerikanisch ich bin. Wobei Obama für mich auch kein Schwarzer ist.
naekubi: ...Er ist ja halb weiß und halb schwarz, aber die Leute sehen ihn nur als schwarz.
nutella: Ja, aber anders als ich zum Beispiel.
naekubi: Inwiefern?
nutella: Es macht einen Unterschied, ob ein "Mulatte" halb Afrikaner und halb weiß oder halb Afro-Amerikaner und halb weiß ist, für mich zumindest. Und ich meine mich zu erinnern, dass es auch Afroamerikaner gibt, die das so sehen. Obama hat einfach nicht den typischen afro-amerikanischen Background. Obwohl er es wahrscheinlich noch am ehesten ist (lacht).
naekubi: Gerade kulturell wird es große Unterschiede geben, ob jemand Afro-Amerikaner oder Amerikaner mit afrikanischen Wurzeln ist
nutella: Vollkommen richtig.
naekubi: Möglicherweise, scheint er sich selbst auch eher als Afro-Amerikaner einzuordnen
nutella: Ja, in gewisserweise schon.
naekubi: Was ja derzeit auch durch die ganzen Medien geistert ist die Debatte um das N-Wort in Kinderbüchern.
nutella: Das ist an mir etwas vorübergegangen, bis ich deinen Post auf Facebook gelesen habe.
naekubi: Hast du diese Bücher selbst als Kind gelesen oder vorgelesen bekommen?
nutella: Vorgelesen bekommen auf jeden Fall nicht, zumindest nicht, dass ich mich erinnern könnte.
Einen ganz konkreten Fall an den ich mich erinnern kann ist "Tomy Sawyer und Huckleberry Finn" - ein gutes Buch. Das habe ich so im Alter von 10 Jahren gelesen. Rückblickend würde ich aber sagen, dass der Begriff des Negers in dem Buch nicht abwertend, sondern schlicht und ergreifend dokumentarisch gemeint war.
naekubi: Hatte das einen Einfluss darauf, wie du dich selbst gesehen hast?
nutella: Nein, das Buch war einfach spannend, was anderes.
naekubi: Wie würdest du das heute sehen? in heutigen auflagen von negern zu sprechen, was hältst du davon?
nutella: Das kommt ganz auf das Buch an. Würde es in Deutschland spielen, würde ich es wahrscheinlich für inadäquat halten.Wäre der Handlungsort in einem Ghetto in der Bronx wäre es wieder anders. Die Frage ist ja, in welchem Kontext das Wort "Neger" verwendet wird. Und viele Leute, die ich kenne, neigen zu einer deskriptiven Anwendung.
naekubi: Also fühlst du dich persönlich nicht davon beleidigt, wenn der Begriff mal fällt?
nutella: Beleidigend war es für mich auch lange Zeit. Ich erinnere mich daran, wie ich in einem Kaufhaus in meiner Heimatstadt rumgelaufen bin, als ein Kind meinte: "Schau mal Mama, da ist ein Neger." Ich kam mir vor wir ein Gorilla im Zoo und der Mutter war das ordentlich peinlich.
naekubi: Wie hat diese Mutter dann reagiert?
nutella: Sie ist weggegangen.
naekubi: Also keine Entschuldigung, keine Zurechtweisung des Kindes, nichts?
nutella: Nein. Wenn mich Leute im Bus ansehen, dann neigte ich auch bis vor kurzem dazu, das auf meine Hautfarbe zu schieben. Aber sowas kann auch eine "Self-fulfilling-prophecy" sein: Ich schau doof, in stiller Erwartung einer Beleidigung, die Leute schauen doof zurück.
naekubi: Wie es in den wald hineinschallt...
nutella: Um wieder zurückzukommen: Jetzt nehme ich den Begriff des "Negers" nicht mehr so persönlich wie früher, auch wenn ich nicht nachvollziehen kann, weswegen man sich genötigt fühlt, einen Menschen über seine Hautfarbe zu definieren.Sollte es aber wiederholt vorkommen, kann ich ausgesprochen unangenehm werden.
Ich weiß nicht, ob du das Lied von B-Tight kennst: "Der Neger". Damit konnte man mich früher auch ausgezeichnet provozieren, das hat aber nachgelassen (zitiert):
"Wer hat das Gras weggeraucht?
der Neger.
Wer rammt dir den Penis in den Bauch?
Der Neger.
Wer ist immer down mit mehr als einer Braut,
wer fällt immer auf, weil er grade baut?
Der Neger."
nutella: Den Refrain konnte ich schneller auswendig als mir lieb war, weil er recht häufig in meiner Anwesenheit gesungen wurde. Aber ich glaube, in dem Track steckt auch eine ganze Portion Ironie.
naekubi: Wahrscheinlich, aber der Song wurde quasi gegen dich verwendet - das ist ja das Blöde an Ironie, dass man die nicht unbedingt verstehen muss und dann das einfach wörtlich nimmt.
nutella: Es ist leichter jemanden mit dem Wort "Neger" zu beleidigen, je mehr er sich mit seiner Hautfarbe identifiziert.
naekubi: Also ist deine Strategie, dich nicht so stark über deine Hautfarbe zu definieren?
nutella: Ja, durchaus. Aber ich habe selbst lange nicht begriffen, warum ein "Mulatte" wie B-Tight sowas rappt, bis ich eben auf die Ironie gekommen bin. Das ist weniger explizite Strategie als Gewohnheit.
naekubi: Inwiefern?
nutella: Ich musste gar keine Strategie fahren; es war mein Umfeld, das mich in diese oder jene Rolle gepusht hat. Ich habe dir ja bereits erzählt, dass ich daheim immer "der Schwarze" war, manchmal auch der Neger. An meinem Studienort scheren sich die Leute recht wenig um meine Hautfarbe und fragen allenfalls, welche Wurzeln habe; eine Frage, die durchaus legitim ist. Mich interessiert das auch bei anderen sehr.
naekubi: Wie fühlt sich das für dich im Vergleich zur Situation daheim an?
nutella: Nicht richtig. Ich bin ein bisschen in der Schwebe, das ist eine äußerst ungute Situation. Denn das, was sich hier andeutet, ist in Amerika extremer: Da hab ich mit beiden Ethnien - Schwarz und Weiß - Probleme. Das ist vielleicht mein größtes Problem: mich nicht als vollwertig deutsch anerkennen zu können obwohl ich es bin.
naekubi: Wie definierst du "deutsch" für dich?
nutella: Nicht-Schwarz. (lacht) Nein im Ernst, es ist eine kulturelle Sache für mich. Meine Mutter ist ja weiß und sie hat mir erzählt, dass sich Leute ganz anders über "Menschen mit Migrationshintergrund" (für die Formulierung gehört sich jemand abgesetzt) bzw. "Ausländer" unterhalten, wenn nur sie dabei ist oder eben auch ich. Sie war es, die mir als erstes klargemacht hat, dass sie es nicht unbedingt böse meinen.
naekubi: Du hast also auch Verständnis dafür?
nutella: Naja, sie wissen es halt einfach nicht besser. Seit ich studiere ist mir auch klar geworden, dass unsere globale Gesellschaft weiß Gott noch nicht so modern ist, wie sie sich wähnt. Und es sind Überbleibsel aus der Vergangenheit, das wollte ich eben mit meiner Aussage auch schon andeuten.
naekubi: Siehst du es für dich persönlich als Aufgabe an, Leute darüber aufzuklären?
nutella: Nein, das ist mir zu blöd geworden. Dafür könnte man wahrscheinlich eine eigene Mission aufbauen. Außer die betreffende Person ist hartnäckig dumm, dann sag ich da schon was.
naekubi: Was mich als Kind immer genervt hat, waren diese blöden Klischees: "Mach mal Kung-Fu!" Gab es die bei dir auch?
nutella: (lacht) Klischees sind toll. Man kann sehr schöne Witze machen! Eines schönen Tages stand ich im Zenit meiner Schlagfertigkeit, als ich gefragt wurde, ob es denn stimme, dass Neger wirklich einen langen Schwanz haben. Woraufhin ich fragte: "Warum meinst du, dusche ich in der Badewanne und nicht in einer Duschkabine?" Also ja, diese Klischees gibt es, genauso wie jenes, dass Neger schneller und ausdauernder laufen könnten. Das hat mich in Sport aber stets motiviert. I had to keep up, sozusagen.
naekubi: Stimmt das bei dir denn?
nutella: Nein. Leider nicht, aber das liegt mitunter an meiner Lethargie.
naekubi: Ich war auch nie gut - außer in Basketball, was für Asiaten ja angeblich untypisch sei
nutella: Dafür hielten die Leute meine Englischkenntnisse für selbstredend. Wobei ich nie wirklich Englisch mit einem Muttersprachler gesprochen habe; über einen längeren Zeitraum als eine Stunde zumindest. Ich hatte diesbezüglich einfach ein gutes Sprachgefühl und eine Mutter, von der ich es wahrscheinlich habe. Das schlimme an Klischees - vor allem dem ersten, das ja auch ein wenig in die Richtung "Asiatin" im Bett geht - ist, dass mich selbst interessieren würde, ob sie stimmen. Mir fehlt aber der Vergleich...
naekubi: Gibt es noch etwas, was du den Leserinnen und Lesern des Blogs auf den Weg geben möchtest?
nutella: Puh, nein. Ich glaube, die grundlegende Tendenz meiner Ansichten ist aus dem Gesagten ersichtlich (lacht)
naekubi: Ok. Dann danke nochmal für deine Zeit!
Soziale Medien können verbinden - man muss sie nur zu nutzen wissen. Vielen Dank noch einmal an nutella, dass er sich für das Gespräch und die Veröffentlichung bereit erklärt hat. :)
Asiaten und das Nerdtum
Ich habe letztens mit Erschrecken festgestellt, dass ich in einem sehr nerdigen Haushalt großgeworden bin. Spätestens als Schwesterherz und Lillebror das Mittelerde- und Darth-Vader-Poster anbrachten und sich dann zum Diablo-3-Spielen verabschiedeten, wurde es mir klar. Storebror ist ohnehin selten ansprechbar, weil er quasi mit dem Computer verwachsen ist.
Meine Familie war nerdig, bevor es das Wort im Deutschen überhaupt gab (ja, wir waren Nerds bevor es cool war!) Vor allem mein Vater und meine Geschwister (wir teilen schließlich einen Großteil unserer Gene). Meine Mutter war schon immer eher bodenständig und Realistin, aber irgendjemand muss ja den Laden am Laufen halten.
Persönlich fühlte ich mich nie als Nerd - klar las ich gerne Bücher über die großen Theorien, Philosophie und seltsame japanische Literatur über verquere Liebesbeziehungen, aber ich, ein Nerd? - Niemals! Schließlich war Physik in der Schule mein Erzfeind. Ok, ich war damals das einzige Mädchen im Informatik-Wahlfach, in einer Multimedia-Neigungsgruppe und fand Grammatikanalyse cooler als Goethe-Dramen, aber ich ein Nerd? - Niemals!
| Insignien des Nerds: Coding-Buch, Nippon-Nippes (das grüne Kerlchen heißt Nohohon) und natürlich die Sehhilfe |
Mein Schwesterherz führte unsere Nerdigkeit immer auch auf unsere asiatischen Wurzeln zurück. "Natürlich sind wir Nerds, wir sind Asiaten." Die einfache Gleichung lautet also: Asiatisch = nerdig.
Einige Eigenschaften konnte ich herauskristallisieren, die uns wohl in den Augen der anderen zu Nerds machen:
- Mein Vater schaffte anno 2002 schon eine DSL-Leitung an.
- Technische Spielereien (DVD-Player, Flachbildschirme, Dolby-Surround-Anlagen, PCs) tauchten immer zuerst bei uns auf, ehe sie sich in der Nachbarschaft ausbreiteten. Nur Handys brauchten länger, aber wer braucht die schon, wenn es den ICQ gibt? (ja... damals...)
- Wir haben immer über Instant Messenger kommuniziert, obwohl wir uns im selben Gebäude befanden. Ins nächste Stockwerk laufen zum reden? Viel zu anstrengend - dann lieber Chat.
- Ich besitze immer noch ungefähr 3 Regalmeter an Star-Wars-Romanen. Ausgelesen.
- Schwesterherz besitzt sicher 30 Regalmeter an Mangas. Ausgelesen.
- Wir alle lieb(t)en Star Wars. Eine Zeit lang war mein Berufswunsch Jedi-Ritterin. Lillebror trägt immer noch seinen Padawan-Zopf. (Ach George Lucas, spätestens mit Episode II hast du mich verloren)
- Auf meine Frage, wie meine Mutter es findet, dass mein Vater jetzt mehr arbeitet, sagte sie: "Das ist gut, dann hängt dein Vater nicht den ganzen Tag am Rechner und macht mal was nützliches."
- Storebror ist Ingenieur. (Wenn er auch in Medien macht, arbeitet er doch hauptsächlich an technischem Kram)
- Die halbe Familie trägt Brille. Nur einer von uns hat 160-prozentige Sehkraft.
- Leute kommen mit Computerproblemen gerne erst mal zu uns, sogar zu mir. Dabei hab ich doch auch keine Ahnung... Aber irgendwie krieg ich das dann trotzdem hin. Muss an den Genen liegen. Oder an Google.
- Wir sind sozial manchmal - wie soll ich sagen - ungeschickt.
- Wir haben einen Hang zum Sammeln: ob Nagellack, Mangas, Filme oder auch Facebook-Freunde: ein gewisser Hang zum Obsessiven ist uns allen gemein.
- Ich blogge. (aber macht das nicht jeder Zweite?)
Sex mit einer Asiatin
Entschuldigt bitte den prätentiösen Titel (ich bin mir sicher, dass er mir einige ominöse Klicks bescheren wird - ihr nennt es Irreführung, ich nenne es SEO). Jedenfalls gibt es hier nix zu sehen, sorry. ;)
Auf jetzt.de bin ich über folgende Passage in einer Geschlechter-Kolumne über sexuelle Fantasien gestolpert:
Was genau macht diese Vorstellung so reizvoll? Wo es keine echten Erfahrungswerte gibt, sprechen Mythos und Klischee. Hier also die Top-3-Gründe, warum ich in meiner Identität als Asiatin eine Sex-Fantasie bin:
Was mich jedoch am meisten verblüfft: Im Text wird der Sex mit einer Asiatin unter "der andere Sex" verbucht. Als ob Sex mit einer Asiatin so aufregend anders oder exotisch wäre. Etwas, das völlig aus der Norm, nachgerade "pervers" ist. Äh ja. Danke, dass ich deine schmutzige Fantasie sein darf.
An besonderen erotischen Fähigkeiten kann es indes nicht liegen. Asiatinnen sind im Bett vermutlich genauso gut oder schlecht, engagiert oder gelangweilt wie andere Frauen. Doch das sind nur Mutmaßungen meinerseits - ich persönlich war noch nie mit einer Asiatin im Bett.
Auf jetzt.de bin ich über folgende Passage in einer Geschlechter-Kolumne über sexuelle Fantasien gestolpert:
Ob es jetzt der klischeehafte Dreier ist, ob die Vorstellung vom Sex mit einer Asiatin oder mit einer älteren Frau - manches, was sich bis jetzt noch nicht ergeben hat, geistert uns hartnäckig durch den Kopf und das auch, wenn wir mit unserer aktuellen Partnerin hochzufrieden und glücklich sind. Ist eben so: Sex macht Spaß und die Verheißung, dass dieser Spaß auch mal auf einem anderen Weg erreichbar wäre, lässt uns manchmal keine Ruhe. (Hervorhebung von mir, LINK)Soso. Ich fühle mich geschmeichelt - nicht. Gehört das zu den Dingen, die man(n) in seinem Leben gemacht haben muss? Nicht nur den Mount Everest besteigen, sondern auch eine Asiatin?
Was genau macht diese Vorstellung so reizvoll? Wo es keine echten Erfahrungswerte gibt, sprechen Mythos und Klischee. Hier also die Top-3-Gründe, warum ich in meiner Identität als Asiatin eine Sex-Fantasie bin:
- Körper: Um Sex zu haben, braucht es einen Körper, logisch. Asiatinnen gelten landläufig als klein und zierlich. Das weckt möglicherweise ans Pädophile grenzende Begehrlichkeiten. Vielleicht befeuert das Klischee der kleinen Asiatin auch nur gewisse Allmachtsfantasien verunsicherter Männlichkeit ("endlich bin ich mal wirklich deutlich sichtbar der Stärkere in dieser Beziehung!")
- Exotismus: Asiatinnen wirken auf den Durchschnittsweißen wohl erst mal fremd: Schwarzes, glattes Haar, Mandelaugen (von manchen liebevoll Schlitzaugen genannt), Stupsnase, rundes Gesicht, dunklerer Teint. Asiatinnen wirken anders, fremd, aber nicht bedrohlich-fremd (sind ja auch so klein, nech?). Eine Asiatin zu erobern hat auch etwas von fremden Welten erobern. Mit diesem Eroberungs- und Entdeckerdrang treffen wir uns auch schon beim Kolonialismus (sagt hallo!).
- Persönlichkeit: Asiatische Frauen gelten als freundlich, zurückhaltend, anspruchslos. Zumindest für die klassische vietnamesische Erziehung gilt nach wie vor: Mädchen (und Frauen) sollen auf keinen Fall (!!) vorlaut sein, immer freundlich, immer nett. Mädchen werden da gerne auch mal als schöne Lotos-Blumen betrachtet - eher gesehen als gehört. Für den Sex mag das zum einen bedeuten: Die lässt alles mit sich machen, die ist ja immer nett und freundlich. Zum anderen ist es wohl eine verlockende Idee, eine sonst so zurückhaltende Asiatin mal so richtig aus der Fassung zu bringen und sich damit als Superstecher der Nation zu fühlen. Womit wir wieder bei den Allmachtsfantasien wären.
Was mich jedoch am meisten verblüfft: Im Text wird der Sex mit einer Asiatin unter "der andere Sex" verbucht. Als ob Sex mit einer Asiatin so aufregend anders oder exotisch wäre. Etwas, das völlig aus der Norm, nachgerade "pervers" ist. Äh ja. Danke, dass ich deine schmutzige Fantasie sein darf.
An besonderen erotischen Fähigkeiten kann es indes nicht liegen. Asiatinnen sind im Bett vermutlich genauso gut oder schlecht, engagiert oder gelangweilt wie andere Frauen. Doch das sind nur Mutmaßungen meinerseits - ich persönlich war noch nie mit einer Asiatin im Bett.
Facepalm of the week 2
An manchen Tagen passiert gar nichts. An anderen wiederum frage ich mich, ob mir das jetzt wirklich gerade passiert... wie zum Beispiel das hier:
Auf der Post. Ich will ein Paket zurückschicken.
Der Postmitarbeiter mustert mich kurz: "Waren Sie nicht schon gestern bei mir?"
Ich so: "Äh, nein?"
Er so: "Dann muss das Ihre Schwester gewesen sein."
Ich so: *gequältes Lächeln*
Jaja, Asiaten sehen schon alle gleich aus.
Der asiatische Trick
... war mir bis gerade eben auch unbekannt. Anscheinend bedeutet es, Probleme und negative Erfahrungen wegzulächeln.
Gefunden habe ich den asiatischen Trick HIER.
Da ist was Wahres dran. Viele AsiatInnen lächeln, sogar wenn etwas Schlimmes passiert ist, das konnte man in Japan nach dem Erdbeben/Tsunami/Atomunfall sehen. Zumindest sahen sie unglaublich gefasst aus. Auch meine Eltern lächeln, selbst wenn sie über Krieg und Flucht reden. Geht ja keinen Fremden was an, wie es in einem aussieht.
Bei mir ist das nicht so ausgeprägt, obwohl ich mir das manchmal wünschen würde. Allzu häufiges und damit nerviges Nachhaken bezüglich meiner Befindlichkeit käme seltener vor. Leider sieht man mir manchmal eben auch an, wenn ich schlechte Laune habe, müde oder eher unterwältigt von etwas bin.
Und natürlich kann man auch lächeln, um andere in die Irre zu führen und die eigene Verhandlungsposition zu verschleiern, durchaus nützlich im Berufsleben... Stichwort Pokerface.
Und schon denk ich an ein Lied von Lady Gaga...
Ich melde mich für die nächsten Tage ab - großes Treffen mit den papsttreuen Intelligenzbestien ist mal wieder angesagt ;-)
Bis die Tage.
Gefunden habe ich den asiatischen Trick HIER.
Da ist was Wahres dran. Viele AsiatInnen lächeln, sogar wenn etwas Schlimmes passiert ist, das konnte man in Japan nach dem Erdbeben/Tsunami/Atomunfall sehen. Zumindest sahen sie unglaublich gefasst aus. Auch meine Eltern lächeln, selbst wenn sie über Krieg und Flucht reden. Geht ja keinen Fremden was an, wie es in einem aussieht.
Bei mir ist das nicht so ausgeprägt, obwohl ich mir das manchmal wünschen würde. Allzu häufiges und damit nerviges Nachhaken bezüglich meiner Befindlichkeit käme seltener vor. Leider sieht man mir manchmal eben auch an, wenn ich schlechte Laune habe, müde oder eher unterwältigt von etwas bin.
Und natürlich kann man auch lächeln, um andere in die Irre zu führen und die eigene Verhandlungsposition zu verschleiern, durchaus nützlich im Berufsleben... Stichwort Pokerface.
Und schon denk ich an ein Lied von Lady Gaga...
Ich melde mich für die nächsten Tage ab - großes Treffen mit den papsttreuen Intelligenzbestien ist mal wieder angesagt ;-)
Bis die Tage.
Wenn ich twittern würde...
Presseschau in 160 Zeichen:
#Wochenshow: Ja, Philipp Rösler ist in einer gelben Partei. Kein Grund, seine Herkunft zu beleidigen. Wenn, dann macht das die Banane hier auf dem Blog.
Das Corpus Delicti (= Pilotfolge der Wochenshow) findet sich für etwa eine Woche auf Sat.1 zur öffentlichen Begutachtung: KLICK!
Platte Stereotype deluxe. Vietcong, Kungfu, gelb, alles dabei.
Noch nie hat jemand so viele Stereotype auf so wenig Sendezeit auf so plumpe Art im Fernsehen untergebracht.
*Naekubi wirft den Fernseher aus dem neunten Stock*
Platte Stereotype deluxe. Vietcong, Kungfu, gelb, alles dabei.
Noch nie hat jemand so viele Stereotype auf so wenig Sendezeit auf so plumpe Art im Fernsehen untergebracht.
*Naekubi wirft den Fernseher aus dem neunten Stock*
"Dinge, die ihr schon immer über Asiaten wissen wolltet..."
Teil 2. Leser Schaumkeks hinterließ im allerersten Teil dieser Serie folgende Frage:
"Gibt es blonde Asiaten?"
Dass er damit blondierte Asiaten meinte, kann ich ausschließen. Auch die sind relativ selten, da es unglaublich schwierig ist, pechschwarzes Haar in goldblondes zu verwandeln. Das hier ist eines der besseren Beispiele. Die orangefarbenen Katastrophen enthalte ich euch vor, bei Interesse könnt ihr die Bildersuche von Google bemühen. Stichwort "blonde asians".
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| Shiina Ringo - Screenshot aus Video zu "La Salle de Bain" |
Also natürlich blonde Asiaten. Wir müssen dann also mal bei Adam und Eva anfangen. Let's talk genetics, baby!
Inzwischen scheint recht genau bekannt zu sein, woraus die verschiedenen Haarfarben bestehen. Wesentlich schwieriger wird es, wenn man wissen möchte, wie die verschiedenen Haarfarben überhaupt genetisch entstehen. Menschliche Haut- und Haarfarben sind scheinbar mitunter das Schwierigste, womit man sich beschäftigen kann.
Grundsätzlich entstehen die verschiedenen menschlichen Haarfarben durch eine bestimmte Zusammensetzung der Pigmente Eumelanin und Phäomelanin. Ersteres ist zuständig für das Merkmal "braun", das andere für "rot". Je nach Mischverhältnis der beiden Stoffe kommt es zu den einzelnen Haarfarben. Was uns hier interessiert: Schwarz entsteht durch eine große Menge Eumelanin, blond für die Abwesenheit desselben. Je nach Menge des Phäomelanin bekommt das Haar eine rote Tönung. Mein Haar enthält anscheinend durchaus eine gewisse Menge des roten Pigments, es glänzt im Sonnenschein rötlich.
Nun werden natürlich auch Haarfarben von den Eltern per genetischer Vererbung weitergegeben. Allerdings ist das nicht ganz so einfach wie wir das damals im Biologieunterricht gelernt haben (Stichwort Mendelsche Regeln). Es gibt nicht nur ein Gen für "blond" oder "rot" oder "schwarz", sondern ist ein sehr komplexes Zusammenspiel verschiedener Gene, die dominant oder rezessiv sind.
Und wir haben noch gar nicht die Mutationen in Betracht gezogen. Spontane nicht-tödliche Veränderungen im Erbgut können natürlich jederzeit auftreten, und was blondes Haar bei (Ost-)Asiaten anbelangt, scheint dies auch geschehen zu sein. Im Internet habe ich folgendes gefunden:
"I was wondering how myself and some (4 of 8) siblings ended up with natural blonde hair when our parents are both black haired full blood Hmong (east Asian)? I was teased alot as a child although I have now come to embrace it. [...]" LINK
Eine mögliche Erklärung (s. Link) ist, dass sich ein rezessives Merkmal "blond" im Erbgut der Hmong-Bevölkerung gebildet hat, was über Generationen mitgeschleppt wurde. Bei den Eltern dieser Person ist möglicherweise dieselbe rezessive Variante des Blond-Merkmals vorhanden gewesen, wodurch per Zufall blonde Hmong entstanden sind.
Solche Mutationen können überall auftreten. So gibt es in einigen Gegenden Chinas wohl immer wieder blonde Menschen, die nicht Albinos sind, sondern einfach blondes Haar haben. Dieses Bild von einem blonden chinesischen Mädchen fand ich beim googlen:
![]() |
| http://www.ampedasia.com/forums/naturally-blonde-asians-found-t-2277.html |
Und einen Blog fand ich, in dem eine amerikanische Familie von ihrem Leben berichtet. Sie haben ein Mädchen aus Xuzhou in der Jiangsu-Provinz in China adoptiert, und es ist strohblond. Hier ist der Link zum Blog: ProjectJillian365
Die Antwort lautet also: Ja, es gibt blonde Asiaten, wenn sie auch sehr selten sind.
Ich danke für diese interessante Frage. Da haben wir wieder was gelernt.
Übrigens gibt es auch Schwarze mit blonden Haaren: KLICK
Edit - Und wie immer gilt: Falls ihr eine Frage zu AsiatInnen, Asien und dem ganzen Rest habt, dann schreibt sie einfach in das Kommentarfeld. Keine Frage ist zu abseitig, blöd oder merkwürdig, um nicht doch gestellt zu werden!
Edit - Und wie immer gilt: Falls ihr eine Frage zu AsiatInnen, Asien und dem ganzen Rest habt, dann schreibt sie einfach in das Kommentarfeld. Keine Frage ist zu abseitig, blöd oder merkwürdig, um nicht doch gestellt zu werden!
"Dinge, die ihr schon immer über Asiaten* wissen wolltet...
...Naekubi aber nie zu fragen gewagt habt". Das ist der Titel einer neuen Serie, die hier in den nächsten Wochen erscheinen wird. Keine Frage ist zu blöd, um nicht doch gestellt zu werden.
Fangen wir also an mit etwas nicht allzu schwierigem:
"Hey Naekubi, seid ihr Asiaten wirklich gelb?"
Ok... Fangen wir von vorne an...
"Gelbe" Asiaten, "schwarze" Afrikaner, "rote" Indianer
"Gelbe" Asiaten, "schwarze" Afrikaner, "rote" Indianer
Die Farbbezeichnungen für die unterschiedlichen Ethnien sind, gelinde gesagt, eine Übertreibung. Weiße sind nicht wirklich weiß. Oft sind sie rosa, im Sommer gerne auch dunkelrot.
Schwarze sind auch nicht schwarz. Zumindest nicht kohlrabenschwarz. Maximal 80-prozentige Edelschokolade, aber nicht Holzkohlebriketts. Und wir reden lieber erst gar nicht über "Rothäute".
Und Asiaten? Sind auch nicht wirklich gelb.
Was aber stimmt ist, dass Asiaten einen leicht beige-goldenen Hautton haben, den man mit sehr, sehr, sehr viel Fantasie als gelb bezeichnen kann. Und selbst das muss man noch differenzieren: Klar ist, dass Asiaten aus den Philippinen, Indonesien oder Thailand wesentlich dunkler sind als Japaner, Koreaner oder Chinesen. Das liegt aber hauptsächlich am Klima bzw. der höheren Sonneneinstrahlung dort. Sobald Japaner Urlaub in den Tropen machen oder Philippinerinnen sich nach Deutschland verheiraten werden sie auch blasser. (Natürlich nicht lilienweiß, aber doch heller.)
Hautfarbe - eine Erfindung der Evolution
Überhaupt ist Hautfarbe eine sehr ausgeklügelte Erfindung der Natur. In einer Dokumentation auf Arte wurde das so erklärt: Die Hautfarbe eines Menschen richtet sich nach seinem "ursprünglichen" Habitat und der dortigen Intensität von UV-Strahlung. Je höher die UV-Strahlung, desto höher die Pigmentierung. Die UV-Strahlung ist beispielsweise in Ostafrika besonders hoch, weshalb die Menschen dort am dunkelsten sind. Durch die dunkle Haut wird nämlich die Folsäure im Körper geschützt, die wichtig ist um Kinder zu bekommen. Zum Überleben der Spezies, Fortpflanzung, usw.
![]() | ||
| Karte zur UV-Strahlung, http://www.plastipack.co.uk/resources/UV-Map.jpg |
Gleichzeitig muss die Hautfarbe so beschaffen sein, dass Vitamin D gebildet werden kann. Das ist wichtig für die Knochensubstanz. Die Hautfarbe der einzelnen Ethnien richtet sich also nach der UV-Strahlung in ihrer Heimat und dem Bedarf an Vitamin D im Körper. Bei der intensiven Sonnenstrahlung in Afrika ist die dunkle Hautfarbe kein Problem, wohl aber weiter nördlich. Die Europäer wurden deshalb so weiß, weil sie im weniger sonnigen Europa sonst kein Vitamin D hätten produzieren können. Knochen würden weich werden, was dann so aussieht:
Und noch eine interessante Erkenntnis: Die Hautfarbe schwankt bei jedem Menschen im Laufe des Lebens. Als Kinder sind alle Menschen tendenziell heller (auch afrikanische Kinder!), weil der Körper viel Vitamin D für das Knochenwachstum braucht. Der Schutz von Folsäure ist nicht aktuell, wichtig ist der Knochenaufbau.
Um die 20 herum sind wir am dunkelsten, weil das die Zeit der Fortpflanzung ist und die Folsäure im Körper geschützt werden muss. Das erklärt zum Beispiel, warum manche Menschen als Kinder extrem hell und weißblond sind und dann mit dem Alter eher dunkelblond werden. Alles zum Schutze des ungeborenen Lebens.
Um die 20 herum sind wir am dunkelsten, weil das die Zeit der Fortpflanzung ist und die Folsäure im Körper geschützt werden muss. Das erklärt zum Beispiel, warum manche Menschen als Kinder extrem hell und weißblond sind und dann mit dem Alter eher dunkelblond werden. Alles zum Schutze des ungeborenen Lebens.
Somalis in Norwegen, Holländer in Südafrika
Was bedeutet das nun in unserer globalisierten Welt, in denen Rothaarige in Australien leben und Somalis in Norwegen? Erstere brauchen extremen Sonnenschutz, denn Hautkrebs droht. Letztere benötigen eine zusätzliche Vitamin-D-Zufuhr, besonders in den dunklen Wintern Nordeuropas. Asiaten befinden sich so zwischendrin. Mehr Vitamin D im Winter ist aber sicher nicht verkehrt, aber Sonnenschutz brauchen sie auch.
Habt ihr eine Frage zu Asiaten, Bananen und dem ganzen Rest? Falls ja, hinterlasst einen Kommentar unter diesem Artikel und ich versuche, sie nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Ich würde mich über eure Fragen freuen!
*Die maskuline Form von Substantiven steht auch für weibliche Personen. Ich will hier niemanden ausschließen, aber auch meine Texte nicht mit Binnenmajuskeln verschandeln.
Haiku, Tai Chi und Tofu - Teil 4
Wie war doch gleich Ihr Name? Könnten Sie ihn bitte buchstabieren?
Du studierst Germanistik? Aber du kannst doch schon Deutsch!
Asiatinnen sind total hübsch!*
*äh ja. klar. (Ironiesternchen!! Wie hab ich dich vermisst.)
- Moment! Wie spricht man den Namen richtig aus?
Haiku, Tai Chi und Tofu - Teil 3
Ihr seht euch alle so ähnlich!
Und, was esst ihr immer so zu Hause? Frühlingsrollen? Chop Suey? Reis?
Du kannst mir doch sicher etwas zum Buddhismus erklären...
Haiku, Tai Chi und Tofu - Teil 2
Asiaten sind ja immer so zurückhaltend...
Woher kommst du eigentlich? Bist du aus China oder aus Japan?
Du bist bestimmt voll gut in Mathe und Physik. Kannst du mir mit meinem PC weiterhelfen?
Haiku, Tai Chi und Tofu - Klischees in drei Sätzen
"Zeig doch mal ein paar coole Kung-Fu-Moves!"
Sie können aber gut Deutsch!
CHING-CHANG-CHONG!! *mitdenzeigefingernaugenzurseitezieh*
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